Kriminalität: Kinderpornografie-Ring ausgehoben - DER SPIEGEL
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Kriminalität Kinderpornografie-Ring ausgehoben

Das Geschäft mit Kinderpornos explodiert weltweit - nur selten kann die Polizei Erfolge im Kampf gegen die Hintermänner feiern. Jetzt war es wieder einmal so weit.
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Washington/Moskau/Wiesbaden - Im weltweiten Kampf gegen Kinderpornografie ist der Polizei in mehreren Ländern mit insgesamt Dutzenden von Festnahmen ein wichtiger Schlag gelungen. Allein die russischen Behörden hätten im Zuge zehnmonatiger Ermittlungen elf Personen festgenommen und 64 Strafverfahren eingeleitet, teilte der Moskauer Polizeisprecher Juri Furman der Agentur Itar-Tass mit; zwei der Festgenommenen hätten Selbstmord begangen. Bei mehreren Razzien seien Zehntausende von Videokassetten beschlagnahmt worden. Die Filme und Fotos seien über die Internetseite "Blaue Orchidee" verbreitet worden. Nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) hatte der Porno-Ring auch deutsche Kunden.

Die britische Polizei meldete 17 Festnahmen, darunter einen 13 Jahre alten Jungen. Auch vier US-Amerikaner seien unter den Festgenommenen, berichtete der US-Nachrichtensender CNN. Außerdem gab es Festnahmen in Skandinavien und anderen Ländern. Bei den Geschnappten handelt es sich sowohl um brutale Kinderschänder als auch um Käufer von Porno-Material.

Kopf der Bande ist laut den Angaben ein Russe, der unter dem Namen " Schinder" in einschlägigen Kreisen bekannt sei. Er soll minderjährige Jungen vor laufenden Kameras geschlagen und sexuell missbraucht haben. Die meisten der missbrauchten Kinder waren nach Angaben der US-Ermittler obdachlos oder stammten aus ärmsten Familienverhältnissen. Der russische Hauptproduzent habe in der Stadt Nowokujbischewsk (900 Kilometer von Moskau entfernt) mit mehr als 300 Kindern die Pornostreifen gedreht. Die Videos seien dann über die in Moskau produzierte Internetseite angeboten und in alle Welt, vor allem aber in die USA verkauft worden. Zehntausende von Videokassetten seien bei der Aktion beschlagnahmt worden, sagte Polizeisprecher Furman. Es sei bereits der dritte Pornoring, den russische und amerikanische Ermittler gemeinsam gesprengt hätten.