Krönung einer Karriere - DER SPIEGEL
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Fußball Krönung einer Karriere

10.06.2023
• aus SPIEGEL Chronik 1/2023
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SEDAT SUNA / EPA

Jahrelang stand İlkay Gündoğan – geboren im Herzen des Ruhrgebiets, als Jugendspieler gestartet beim SV Gelsenkirchen-Hessler 06 – im Schatten anderer großer deutscher Profis wie Toni Kroos, Bastian Schweinsteiger oder Thomas Müller. Den Weltmeistertitel mit der Nationalmannschaft 2014 verpasste er wegen einer Verletzung. Doch in 2023 holte der Sohn türkischer Einwanderer, inzwischen 32 Jahre alt, alles nach, was ihm lange nicht vergönnt war.

Am 10. Juni führte Gündoğan das Starensemble von Manchester City beim Champions-League-Finale in Istanbul als Kapitän aufs Feld. Zweimal schon, 2013 und 2021, hatte der Mittelfeldspieler so ein Endspiel verloren. Doch diesmal siegte er mit seinem Team, 1:0 gegen Inter Mailand. Beim Schlusspfiff, erinnert sich Gündoğan, sei er einfach zu Boden gesackt: »Es war eine Befreiung, vielleicht das Ende einer Reise.« Seit er 2016 von Borussia Dortmund nach Manchester gewechselt war, sei der Champions-League-Titel immer das große Ziel gewesen. Nun durfte er als Kapitän die Trophäe entgegennehmen: »Auf Karriereebene kann ich mir keinen schöneren Moment vorstellen.«

Zumal sich die Mannschaft, zusammengekauft und im Besitz der Herrscherfamilie von Abu Dhabi, mit dem Sieg in Istanbul das Triple sicherte, also den Gewinn der englischen Premier League, des FA-Cups und eben der europäischen Königsklasse. Fast folgerichtig beendet Gündoğan – nach insgesamt 14 Titeln – seine Zeit in England und wechselt zum noch traditionsreicheren FC Barcelona. Die Clubführung von Manchester City hatte sich ein bisschen spät um die Vertragsverlängerung mit dem torgefährlichen Regisseur gekümmert.

Auch in Deutschland erfährt Gündoğan endlich eine angemessene Anerkennung. Die Sportjournalisten wählen ihn im August mit großem Vorsprung zum Fußballer des Jahres. Und in der Nationalmannschaft wird ihm, wie zuletzt bei ManCity, das Amt des Kapitäns übertragen.

wei
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