Kronprinzenpaar bei Gedenkfeier: Spanien trauert um Erdbebenopfer - DER SPIEGEL
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Nach beben in Spanien: Kronprinzenpaar bei Gedenkfeier

Foto: FRANCISCO BONILLA/ REUTERS

Kronprinzenpaar bei Gedenkfeier Spanien trauert um Erdbebenopfer

Mit einer bewegenden Trauerfeier hat Spanien Abschied von den Todesopfern des Erdbebens in Lorca genommen. Kronprinz Felipe und seine Frau Letizia umarmten weinende Hinterbliebene, Ministerpräsident Zapatero versprach der Stadt den Wiederaufbau.
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Murcia - Der Innenhof eines Messegeländes ist provisorisch zu einem Kirchensaal umgestaltet worden. Angehörige von Opfern des Erdbebens im Südosten Spaniens sitzen auf weißen Plastikstühlen in der ersten Reihe. Kronprinz Felipe und Prinzessin Letizia sprechen jedem Einzelnen von ihnen aufmunternde Worte zu. Mehrere Angehörige brechen immer wieder in Tränen aus.

Mit einem Trauergottesdienst hat Spanien den Erdbebenopfern in der Stadt Lorca am Freitag die letzte Ehre erwiesen. Vor dem Altar waren die Särge von vier Toten aufgebahrt. Insgesamt waren bei dem Beben am Mittwoch neun Menschen ums Leben gekommen. Die Angehörigen von fünf Opfern hatten sich für Trauerfeiern im engsten Familienkreis entschieden.

Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero versprach in Lorca, die Stadt werde vollständig wiederaufgebaut. "Das Erdbeben war stark, aber unser Land ist stärker", sagte der Regierungschef. Er kündigte eine Verschärfung der Bauvorschriften an. Sein Kabinett verabschiedete ein Paket mit Soforthilfen für die betroffenen Gebiete.

"Wir sind gekommen, um den Bewohnern unsere Unterstützung und Solidarität zu demonstrieren", sagte Thronfolger Felipe. Einheiten der Armee und Hilfsorganisationen stellten Zelte zur Aufnahme von Obdachlosen auf. Nach Angaben der Zeitung "El Mundo" sind 15.000 Bewohner der Stadt ohne Bleibe.

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Südspanien: Zerstörung und Trauer in Lorca

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"Es hat uns schlimm getroffen", sagte der 58-jährige Manuel Tudela, der bei der Feier um einen Freund, einen Nachbarn und eine Cousine trauerte. "Wir haben nicht mit so etwas gerechnet. Darauf waren wir einfach nicht vorbereitet. Aber der Schmerz der Opfer ist viel schlimmer als die Schäden an den Gebäuden." Die 54-jährige Marisol Lozano sagte: "In Städten wie dieser kennt jeder jeden. Es ist unglaublich, dass so eine Katastrophe passiert ist. Es ist, als ob eine Bombe eingeschlagen wäre."

Bei dem Beben waren nur wenige Gebäude ganz eingestürzt. "Dies zeigt, dass die Sicherheitsvorschriften insgesamt funktionierten, sie müssen aber noch verbessert werden", sagte Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba. An fast allen Häusern waren Teile der Fassaden, Balkons und Dachvorsprünge abgebrochen. Die Opfer waren nicht im Inneren ihrer Wohnungen ums Leben gekommen. Sie wurden vielmehr im Freien von einem Hagel von Steinbrocken erschlagen, der auf die Straßen der Stadt niederging.

Dazu gehörte auch eine Mutter, die zwei Kinder mit ihrem Körper vor herabstürzenden Steinen schützte und den Kleinen damit das Leben rettete. Anwohner zogen die Kinder lebend unter der Leiche der Mutter hervor. Die meisten Bewohner von Lorca hatten sich während der Erdstöße im Freien aufgehalten, weil sich kurz zuvor ein Beben ereignet hatte, das keine größere Schäden verursachte.

wit/dpa/AFP