Hausmitteilung Künstliche Intelligenz, Generation Z
2023
Geschichten, die Mut machen, waren auf den ersten Blick rar in diesem Jahr. Monatelang hat sich ein SPIEGEL-Team für die Chronik mit den großen Themen der Zeit beschäftigt – und ist dabei zwischen Krisen und Kriegen trotzdem immer wieder auch auf überraschende Erfolge und Hoffnung stiftende Menschen gestoßen: vom Weltmeistertitel der deutschen Basketballer bis zu einer ukrainischen Grundschullehrerin in Hamburg. Aber natürlich bestimmten vor allem der langwierige Stellungskampf in der Ukraine, die Terrorattacke der Hamas und das Leid im Gazastreifen die internationale Agenda – während Deutschland über seine Heizungen und das Haushaltsdebakel stritt. Torsten Feldstein und Inka Recke lieferten die Fotos, Felix Keßler textete die monatlichen Bilderstrecken, Stefanie Jockers und Ulrike Preuß koordinierten die Verifikation, Nils Küppers entwarf das Layout, Anke Jensen hielt als Chefin vom Dienst alles zusammen. Alfred Weinzierl konzipierte gemeinsam mit Frank Hornig das Heft: »Wenn wir die Krisen bewältigen wollen, müssen wir verstehen, wie es 2023 zu ihnen kommen konnte. Das zu erklären, versuchen unsere Autorinnen und Autoren.«
Künstliche Intelligenz
Selten zuvor hat eine neue Technik in so kurzer Zeit die Welt revolutioniert. Künstliche Intelligenz (KI) wurde zu einem Schlagwort des Jahres. Netzwelt-Redakteur Patrick Beuth hat recherchiert, wie OpenAI, eine kleine Firma aus San Francisco, ein Nischenthema zum Massenprodukt machte, er war in der Berliner Start-up-Szene unterwegs und diskutierte mit einer Stanford-Expertin, ob KI-Systeme zu viel Macht erringen. »Die Welt schwankt zwischen Euphorie und tiefer Sorge«, sagt er.
Wie die neue Software die Kunstwelt verändert, beschreibt Kulturredakteurin Carola Padtberg. Sie experimentierte mit Bildgeneratoren, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel Fertigkeit und technisches Wissen sie erfordern. Und sie sprach mit Kreativen, die längst mit KI-Techniken arbeiten. »Kunst entsteht nicht einfach nebenbei auf Knopfdruck«, sagt Padtberg. Besonders die eigene Vorstellungskraft wirke limitierend. »So wie ein leeres Blatt Papier die Kreativität lähmen kann, kann auch das Eingabefeld eines KI-Programms einschüchtern. Es braucht gute Ideen, um den Maschinen etwas Einzigartiges zu entlocken.«
Künstliche Intelligenz: Anwendungen wie ChatGPT sorgen für Euphorie – und Befürchtungen
Kunst: Was macht es mit der Kultur, wenn künstliche Intelligenz die Regie übernimmt?
Generation Z
Sind die alle faul? Oder wollen Berufseinsteiger aus der Generation Z einfach anders arbeiten, mit einem Job, der sich nach dem Leben richtet – und nicht etwa umgekehrt? Ein Team um SPIEGEL-Redakteurin Cornelia Schmergal ging der Frage nach, wie sich Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels wandeln, um junge Fachkräfte zu begeistern. Alexander Preker besuchte einen Elektrotechnikbetrieb, der jetzt auf die Viertagewoche setzt, Katharina Hölter ging mit einem Recruiter der Bahn auf Bewerbersuche im Klassenzimmer. Schmergal traf Personalberaterin Kaita Ronn auf einer Baustelle im Frankfurter Süden. Ronn, 28 Jahre alt, war in den Rohbauten leicht zu finden, sie war die einzige Frau, die sehr hohe Absätze trug. Sie vermittelt junge High Potentials in die Branche – und stellt Gewohnheiten infrage: Auch Baustellenleiter wollten heute im Homeoffice arbeiten. »Die Arbeitswelt ändert sich«, sagt Schmergal. »Und davon profitieren auch die Älteren.«