Parfums "Ernesto" und "Hugo" Kuba verbietet Düfte der Revolutionäre
"Labiofam"-Mitarbeiterin mit Parfumfläschchen: "Hugo" und "Ernesto" verboten
Foto: STRINGER/ REUTERSHavanna - Wie würde wohl ein Parfum zu Ehren des Guerillaführers Che Guevara riechen - eine Komposition aus Holztönen, Schwarzpulver und Asthmaspray? Das staatliche Pharmaunternehmen Labiofam auf Kuba wollte dem legendären Revolutionär Che und dem verstorbenen venezolanischen Staatspräsidenten Hugo Chávez zwei eigene Düfte widmen und unter dem Namen "Ernesto" und "Hugo" vermarkten. Nun hat die kubanische Regierung in Havanna die Projekte eingestampft: Die Vorhaben seien despektierlich gegenüber den beiden "heiligen" Symbolfiguren der Revolution.
Das Präsidium des kommunistischen Ministerrats erklärte, die Verantwortlichen würden deshalb zur Rechenschaft gezogen: Die Vermarktung der Düfte sei ein "schwerwiegender Fehler" und würde bestraft, hieß es, ohne jedoch das konkrete Strafmaß und die Schuldigen zu nennen. "Die Zeichen (der Revolution) von gestern, heute und für alle Zeiten sind als heilig anzusehen", lautete die Erklärung im kubanischen Radio und Fernsehen.
Labiofam hatte in dieser Woche Pläne vorgestellt, wonach die Firma die beiden Düfte als Männerparfums seit eineinhalb Jahren entwickle. Im ersten Quartal nächsten Jahres sollten sie verkauft werden - als Hommage an Guevara und Chávez, wie Forschungsdirektor Mario Valdes der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Die Familien der Revolutionsführer hatten jedoch nie der Vermarktung der Namen ihrer prominenten Verwandten zugestimmt.