Kuckucks-Kinder: Wie Männer sich selbst belügen - DER SPIEGEL
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Kuckucks-Kinder Wie Männer sich selbst belügen

Im Normalfall weiß es die Frau genau, der Mann aber kann nie sicher sein, wenn die Gattin mit dem Baby nach Hause kommt: Ist es wirklich von ihm? Offenbar aber wollen Männer der Wahrheit ohnehin nicht ins Auge blicken.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das belegt eine Studie der italienischen Psychologinnen Paola Bressan und Maria Dal Martello, die jetzt in "Psychological Science" veröffentlicht wird. Die Forscherinnen hatten 30 Männern und 30 Frauen Fotos von Erwachsenen und Kindern vorgelegt, die teils verwandt waren, teils völlig fremd.

Wenn bei nicht verwandten Paarungen behauptet wurde, es handle sich um ein Kind mit Elternteil, sahen die Versuchspersonen prompt Ähnlichkeiten. Männern passierte das besonders häufig, wenn die Fotos angebliche Vater-Sohn-Paare zeigten.

Bressan vermutet, dass Männer sich so selbst betrügen: "Vielleicht nehmen sie das so verzerrt wahr, weil der männliche Erbe traditionell besonders viel zählt." Der Selbstbetrug solle vor Zweifeln schützen ­ die in jedem zehnten Fall, so schätzen Genetiker, berechtigt seien. So oft nämlich werde Männern das ins Kinderbett gelegt, was sie befürchten: ein Kuckucksei.