Kujaus Vermächtnis Gefälschtes Hitler-Tagebuch wird versteigert
Berlin - Das Tagebuch wird morgen in Berlin zum Schätzpreis von 7000 Euro angeboten. Das Buch stamme "aus sicherer Quelle", sagte ein Sprecher des Auktionshauses Jeschke, Greve & Hauff heute. Woher genau die Kladde stammt, behielt er für sich. Nach Angaben der Tageszeitung "Die Welt" soll es von der Witwe eines Berliner Kujau-Freundes kommen, dem der Fälscher eine Freude habe machen wollen.
In dem Tagebuch erzählt Fälscher Kujau die letzten zwei Wochen im Leben des Adolf Hitler. Am 20. April schreibt der falsche Hitler: "Mein 56. Geburtstag, und was für ein Geburtstag!" Wenig später ("Der Russe steht keine 500 Meter vor meinem Bunker") schreibt der "Führer", er wolle Eva Braun heiraten, und verfasst ein erstes Testament. Den letzten Eintrag lässt Kujau allerdings nicht Hitler schreiben. Vorn auf dem Buch klebt eine "handschriftliche" Notiz von Martin Bormann: "Letzte Ausführungen des Führers. Unser Führer hat sich um 3.31 Uhr nachmittags erschossen. Heil Hitler!"
Das Wochenmagazin "Stern" hatte im Jahr 1983 9,3 Millionen Mark (knapp 4,8 Millionen Euro) für 60 gefälschte Hitler-Tagebücher aus der Feder von Konrad Kujau gezahlt. Die Bücher wurden veröffentlicht und stürzten das Magazin in eine tiefe Krise. 1992 wurde ein unvollendetes Exemplar für 50.000 Mark versteigert. Vermutlich ist das nun letzte Tagebuch erst Jahre nach dem Skandal um die Veröffentlichung der anderen Bände entstanden.
Der Tagebuch-Fälscher Kujau war zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden und fertigte nach seiner Haftentlassung "echte Fälschungen" von Gemälden bekannter Maler an. Er starb im Jahr 2000 im Alter von 62 Jahren an Krebs.