Kulinarischer Kundendienst - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 69 / 124

BUCHHANDEL Kulinarischer Kundendienst

• aus DER SPIEGEL 30/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Dem Buchhandel geht es nicht gut, für die erste Hälfte des Jahres 2002 meldete die Branche drei Prozent Umsatzrückgang. Damit den Kunden die Lust auf überfüllte Bücherregale nicht vergeht, lassen sich die Buchhändler Neues einfallen: Kochaktionen zum Beispiel. Als in einer Filiale der Hamburger Buchhandlung »Heymann« kürzlich die Chefköchin eines Edel-Italieners handgemachte Pasta servierte, war der Laden voll. »Kochen ist eine sehr sinnliche Erfahrung, die Wohlgerüche ziehen an; deshalb sind solche Veranstaltungen Teil unserer Werbestrategie«, erklärt Heymann-Mitarbeiter Matthias Koeffler. Mittlerweile haben sich einige Buchhandlungen auf die Kombination von Kochbüchern und Essvergnügen spezialisiert. In der kulinarischen Buchhandlung »Kochlust« in Berlin werden Rezepte von Prominenten oder Chaoten-Kochbücher nicht nur vorn verkauft, sondern hinten auch gleich ausprobiert. In der Küche der Buchhandlung finden unter Anleitung von Profi-Köchen regelmäßig Seminare an den Töpfen statt: Scampi, Lachs, Lamm - innerhalb von vier Stunden präsentieren die Teilnehmer ein Zehn-Gänge-Menü. Ähnliches bieten Nathalie Pernstich und Silke Huala in der Wiener Buchhandlung »Babette's« an: Die Leute sollen genießen und dann kaufen, und manchmal funktioniert es. Falls das Rezept zu Hause nicht gelingt, bleibt ein Trost: Mit etwas Glück erinnert der Duft des Buches daran, wie das Gericht schmecken sollte.

Zur Ausgabe
Artikel 69 / 124