Tier macht Sachen - Best-of 2015 Ein Krokodil geht steil
Ein Esel und ein Seelöwe auf der Rückbank von Polizeifahrzeugen. Ein Krokodil, das in die Luft geht. Und ein Affe, der sich vor Lachen kugelt: Hier sind die kuriosesten Tiermeldungen des Jahres.
Irrläufer des Jahres: Seelöwe und Esel im Streifenwagen
Polizisten, Seelöwe: "Zurück in sein natürliches Umfeld"
Foto: AP/ Mendocino County SheriffEs war dunkel und neblig, das kleine Tier auf der Straße kaum zu erkennen. Doch zwei US-Polizisten stoppten ihren Streifenwagen rechtzeitig - und wenig später nahm ein Seelöwe auf dem Rücksitz Platz.
"Der Seelöwe war dankbar, von den Polizisten mitgenommen zu werden", hieß es im Frühjahr in einer Mitteilung der Polizei von Mendocino County, im Nordwesten des US-Bundesstaates Kalifornien. Wenig später sei er "zurück in sein natürliches Umfeld" gebracht worden. Das Tier sei rund 70 Zentimeter lang und knapp zehn Kilo schwer gewesen.
Seelöwe im Streifenwagen: "Ohne Handschellen ;-)"
Foto: AP/ Mendocino County SheriffDen Angaben zufolge fanden die Polizisten den Seelöwen rund 400 Meter vom Ozean entfernt. An der vorderen Flosse habe sich eine orangefarbene Markierung befunden. Schnell war klar, woher das Tier kam: Es war in einer Aufzuchtstation aufgepäppelt und kurz zuvor wieder in die Freiheit entlassen worden.
Auch auf der Facebook-Seite der Polizei war der Einsatz Thema. Die Beamten hätten das Tier sanft auf den Rücksitz gehievt, hieß es da. In Klammern stand der Zusatz: "ohne Handschellen ;-)".
Polizist und Esel im Streifenwagen: "Das hat perfekt gepasst"
Foto: AP/ Norman Police Dept.Zu einem ähnlichen Vorfall kam es Ende des Jahres im US-Bundesstaat Oklahoma: Dort landete ein Esel auf dem Platz, der normalerweise Betrunkenen, Dieben oder andere Störenfrieden vorbehalten ist.
Verantwortlich für den ungewöhnlichen Transport in der Stadt Norman war Polizist Kyle Canaan. Eine Frau hatte die Polizei alarmiert, weil sie einen herrenlosen Zwergesel über eine Straße laufen sah. Den Esel, sagte sie dem Polizisten, würde sie gern auf ihrem Grundstück in Sicherheit bringen. Aber wie sollte das Tier da hinkommen?
Ein bisschen Schieben, ein bisschen Ziehen, etwas Futter als Lockmittel - schon war der Esel im Streifenwagen. "Das hat perfekt gepasst", sagte Canaan. Er habe gerade noch beide Türen schließen können. Weniger froh war Canaan über die Hinterlassenschaften des Esels. "Das Tier hat die Rückbank als Toilette benutzt", sagte er. "Ich muss es kurz nach dem Frühstück eingeladen haben."
Schnarchnase des Jahres: Seelöwe entert Jacht - und schläft ein
Seelöwe auf Jacht: Genügsamer Einbrecher
Foto: AP/Michael DuffyIn San Diego hat sich im Mai ein Seelöwe auf eine Jacht verirrt. Michael Duffy hatte sein Zwölfeinhalb-Meter-Boot im Hafen des Jachtklubs festgemacht und sich in der Koje schlafengelegt. Mitten in der Nacht, gegen halb drei, wurde der 48-Jährige plötzlich wach. Er hörte ein Schnarchen und ein Niesen.
Vermutlich ein Freund, der am Abend zuvor zu viel getrunken hatte, dachte der Werbetexter. Er schlief wieder ein. Im Morgengrauen hörte Duffy dann wieder die Geräusche - und diesmal entdeckte er ein Seelöwenbaby in seiner Koje.
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Der 48-Jährige schnappte sich sein Smartphone, machte ein Foto und ein Video. "Du musst gehen, Kumpel, geh", habe er dem Tier zugerufen - und es langsam dazu bewegt, die Treppe hinauf an Deck zu klettern und zurück ins Wasser zu hüpfen.
Stalker des Jahres: Eichhörnchen aus dem Ruhrgebiet
Polizist mit Eichhörnchen: Anhängliches Tier
Foto: DPA/ Polizei RecklinghausenEin äußerst ungewöhnlicher Notruf ist im Juli bei der Polizei in Bottrop eingegangen: Eine Frau bat die Beamten um Hilfe - weil sie von einem hartnäckigen Eichhörnchen verfolgt wurde.
Egal was die Frau machte, das Eichhörnchen blieb ihr auf den Fersen. Die herbeigerufenen Polizisten beobachteten das anhängliche Tier zunächst, dann griffen sie ein.
Sie nahmen das erschöpfte Eichhörnchen mit zur Wache. Dort hätten es die Kollegen mit Apfelstücken und Honigtee versorgt, bevor das Tier in eine Auffangstation gekommen sei, teilte die Polizei mit.
Akrobat des Jahres: Krokodil geht steil
"National Geographic"-Fotograf Trevor Frost hat im September ein Video veröffentlicht. Darin ist zu sehen, zu welch beeindruckenden Leistungen Salzwasserkrokodile fähig sind: Ein Krokodil stößt sich aus einem Fluss, schnappt nach einem Fleischbrocken und tänzelt einige Momente lang senkrecht auf der Wasseroberfläche.
Krokodile hätten eine unglaublich Kraft in ihren Schwänzen, erklärt Frost in der Beschreibung seines Videos. Mit ihnen könnten die Tiere durchs Wasser schießen wie Torpedos von U-Booten - und sogar ihren kompletten Körper aus dem Wasser wuchten.
Glückswildschwein des Jahres: Banana aus Schleswig-Holstein
Wildschwein Banana in Mörel: Adoptiert von einer Rinderherde
Foto: Markus Scholz/ dpaBanana hat das große Glück gefunden: Vor ein paar Monaten ist das Wildschwein von einer Rinderherde in Schleswig-Holstein adoptiert worden. "Es ist voll in die Herde integriert, das ist faszinierend", sagt Arzt und Landwirt Dirk Reese aus Mörel.
Als wäre es das Natürlichste der Welt, tänzelt das junge Tier zwischen den Beinen der Rinder umher. Es liegt gemeinsam mit ihnen auf der Weide, spielt mit ihnen und sucht dort immer wieder Schutz.
Banana ist mit seiner Lebensweise kein Einzelfall: Anfang Oktober suchte sich nahe Meensen bei Göttingen ein vermutlich verwaister Frischling eine Kuhfamilie. Eine Auswahl weiterer ungewöhnlicher tierischer Patenschaften finden Sie in dieser Fotostrecke:
Ersatzeltern: Wir adoptieren
Schussel des Jahres: Bär steckt in Milchkanne fest
Gieriger Schwarzbär: Notfall in Maryland
Foto: AP/ DNR/ WHSDas erinnert doch stark an die Geschichte von "Pu der Bär": In Maryland hat ein Schwarzbär im November seinen Kopf ganz tief in eine Milchkanne gesteckt. Und ihn dann nicht mehr herausbekommen.
Das Naturschutzamt des US-Bundesstaates schickte daraufhin ein Einsatzteam in die ländliche Gegend nahe Thurmont, um das Tier aus seiner misslichen Lage zu befreien. Der Bär, der offenbar auch noch den letzten Tropfen Milch aus der Kanne schlecken wollte, sei betäubt worden.
Dann habe das Einsatzteam das etwa 80 bis 90 Kilogramm schwere Tier vorsichtig aus der Milchkanne befreit. Als der Bär wieder bei Bewusstsein gewesen sei, habe er seinen Kopf gehoben und sei im nahegelegenen Wald verschwunden.
Im Kinderbuch "Pu der Bär" steckt die Hauptfigur übrigens in einem Honigtopf fest. Keine völlig abwegige Idee. Denn Tiere bringen sich immer wieder in ähnliche Situationen, wie diese Bilder zeigen:
Tiere stecken fest: Gefangen in einer Bierdose
Spaßvogel des Jahres: Orang-Utan in Barcelona
Es war nur ein simpler Zaubertrick, den ein Mann im Herbst einem jungen Orang-Utan im Zoo von Barcelona vorführte. Doch das reichte, um das Tier in Hochstimmung zu versetzen. Aber sehen Sie selbst: