"Kursk"-Drama Bergung der Toten beginnt
Moskau - Die "Regalia" ist am Freitag über der "Kursk" in Position gegangen. An Bord der schwimmenden Plattform aus Norwegen bereitete sich ein Team von zwölf russischen und sechs ausländischen Tauchern auf den ersten Tauchgang zu dem in 100 Meter Tiefe liegenden Wrack vor, teilte die russische Nordflotte mit. Die Bergung der Leichen aus der im August mit 118 Seeleuten gesunkenen "Kursk" soll am kommenden Dienstag oder Mittwoch beginnen.
Marinekommandeur Wladimir Kurojedow flog von Murmansk mit einem Hubschrauber hinaus zur "Regalia", um den Ausbildungsstand des Teams zu überprüfen. Die Spezialplattform sollte am Freitagnachmittag einsatzbereit sein, sagte Birger Haraldseid, der Sprecher der internationalen Öltechnikfirma Halliburton in Norwegen. Ihr gehört die "Regalia". Das Wetter in der Barentssee war nach Angaben der russischen Marine gut.
Zuerst soll unter anderem die Strahlensituation um das Atom-U-Boot herum untersucht werden. Die "Kursk" hatte zwei Reaktoren mit jeweils 190 Megawatt Leistung an Bord. Die Taucharbeiten werden nach Expertenmeinung bis zu 20 Tage dauern.
In Russland ist in den vergangenen Tagen die Kritik an der geplanten Bergungsaktion gewachsen. Die Marine kündigte vor der Ankunft der "Regalia" an, bei Gefahr für die eingesetzten Taucher werde die Bergung der toten Seeleute abgesagt. Admiral Kurojedow widersprach Berichten, die Taucher sollten nicht die Toten, sondern geheime Ausrüstung aus dem U-Boot retten. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte den Angehörigen nach der Katastrophe versprochen, die Toten bergen zu lassen. Das gesamte Wrack der "Kursk" soll im kommenden Jahr gehoben werden.