"Kursk"-Katastrophe Überlebende von Feuer überrascht?
Moskau - Die Leichen der vier bislang geborgenen Seeleute weisen Verbrennungen und Verstümmelungen auf, sagte der Sprecher der Nordflotte, Wladimir Nawrozki. Die Arbeiten am Wrack in 100 Meter Tiefe wurden wegen schlechten Wetters in der Barentssee unterbrochen. Mit einer Wiederaufnahme wurde erst am Wochenende gerechnet.
Unterdessen bezweifelt Flottenkommandeur Wjatscheslaw Popow, dass aus der neunten Sektion im Heck der "Kursk" die Überreste aller dort vermuteten etwa 20 Seeleute geborgen werden können. Denn die Durchgänge seien so eng, dass nicht die gesamte neunte Sektion erkundet werden kann, so Popow. Zudem sei der Raum durch losgerissene Ausrüstung und Kästen mit Ersatzteilen blockiert. In dem Abschnitt gebe es "Anzeichen eines Brandes", teilte Popow mit, ohne genaue Einzelheiten zu nennen.
Der Plan zur Suche nach den Leichen der insgesamt 118 Seeleute wurde geändert, nachdem bei einem geborgenen Offizier ein Brief mit Informationen über die ersten Stunden nach dem Unglück entdeckt worden war. Der Kapitänleutnant Dmitrij Kolesnikow schrieb, dass 23 überlebende Seeleute in die neunte Sektion geflüchtet seien. Deswegen sollten die Taucher bei ihrem weiteren Einsatz vor allem diesen Abschnitt erkunden. Kolesnikows Leiche war allerdings nach neuen Berichten in der achten Sektion gefunden worden.
Der Ablauf der letzten Stunden der Überlebenden war weiterhin unklar. Popow, selbst ehemaliger U-Boot-Fahrer, schätzte, dass sie etwa noch einen Tag nach dem Unglück gelebt haben könnten.