kurz & krass: Auf eiskalten Abwegen - DER SPIEGEL
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Unwetterfront "Petra": Schnee, Sturm, Stau

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kurz & krass Auf eiskalten Abwegen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Eine aufgebrachte Anwohnerin hat ein Auto mit Schnee eingedeckt, eine Eisforscherin sich mit der Polizei angelegt und in den USA ein Busfahrer einen Schneemann überfahren - absichtlich. SPIEGEL ONLINE präsentiert die skurrilsten Wintermeldungen der Woche. Klicken Sie's durch.

Frau überhäuft parkendes Auto mit Schnee

Tuttlingen - In einer Wohnstraße im baden-württembergischen Tuttlingen flogen nicht nur die Fetzen, sondern auch massenweise Schnee. Ein parkendes Auto hatte eine Anwohnerin zur Weißglut gebracht, obwohl es weder auf einem Privatstellplatz noch im Parkverbot stand, wie die Polizei mitteilte. Die Dame hatte die Parklücke schlicht für sich reklamiert. Sie forderte den ortsunkundigen Fahrer erfolglos auf, sein Auto wegzufahren. Nach einem Wortgefecht hatte sie zur Schaufel gegriffen und Schnee auf den Wagen geschippt.

Der Ortsfremde wusste sich beim Anblick seines Autos unter Schneebergen keinen anderen Rat, als die Polizei zu rufen. Die Beamten ermahnten die Frau zu einem "etwas gemäßigten Umgang", wie es im Polizeibericht hieß. Bereits im vergangenen Winter soll es zwischen den Bürgern von Tuttlingen Auseinandersetzungen gegeben haben, die dazu führten, dass sich Nachbarn mit Schneeschaufeln attackierten.

Busfahrer überfährt Schneemann

Chicago - Im US-Staat Illinois ist ein Busfahrer arbeitslos geworden, weil er einen Schneemann "umgebracht" haben soll. Studenten beobachteten die Tat aus der Nähe und filmten sie. Der im Netz kursierende Clip zeigt eine verschneite Straße, auf der ein Schneemann steht. Zunächst kommt ein Auto vorbei, stoppt und fährt einen Schlenker um das Hindernis. Dann nähert sich ein Bus. Er verlässt die eigene Fahrspur, hält voll drauf auf den Schneemann und reißt ihn mit sich.

Wie die britische Zeitung "Daily Mail" berichtete, hat der Busfahrer gekündigt, nachdem das Video seiner Tat im Internet erschienen war. Auf Facebook sollen sich in kürzester Zeit Hunderte Nutzer mit dem Kraftfahrer solidarisiert haben. Auf YouTube kommentierte jemand den Schneemann-Mord als eine gute Tat, weil der Täter mögliche Unfälle verhindert habe.

Trabbi-Liebhaber bastelt sich Schneepflug

Luckenwalde - Helmut T., ein KFZ-Meister aus Luckenwalde, hatte genug vom mühseligen Schneeschippen. Wie die "Märkische Allgemeine" berichtete, baute er einen seiner sieben Trabanten zum Schneepflug um, indem er vorne ein 1,70 Meter breites Schiebeschild anbrachte. Das Teil wird mit Eisenketten an einer Unterrahmenkonstruktion befestigt, die sich T. extra dafür ausgedacht hat.

"Leider bekomme ich vom TÜV kein grünes Licht ", bedauert der Bastler. Mit dem tarnfarbig lackierten Wagen aus dem Baujahr 1989 hätte er dem städtischen Winterdienst gerne zur Seite gestanden. Zumindest von der Zulassungsstelle hat er das Einverständnis.

Polizei erteilt Eisforscherin Platzverweis

Neumünster - Die Polizei in Neumünster hat eine Hamburgerin des Eises verwiesen. Die 50-Jährige war auf den teils zugefrorenen Einfelder See im Kreis Rendsburg-Eckernförde spaziert. Sie sei Forscherin und kenne sich mit Eisdicken aus. Auch Hinweise der Polizisten auf das Tauwetter am Vortage und die Vorbildfunktion für Kinder überzeugten sie anfangs nicht. Erst als die Polizisten vom Ufer aus einen Platzverweis ausgesprochen hatten und mit weiteren Maßnahmen drohten, verließ die Frau das Eis.

In Schweden schneit es rosa Flocken

Stockholm - Vom Himmel über Stockholm ist rosa Schnee gefallen, der zeitweise Giftalarm ausgelöst hat. Wie der Rundfunksender SR berichtete, warnte das Umweltamt die Bewohner der Stadtteile Södermalm, Kungsholmen und Stora Essingen vor Berührung mit dem gefärbten Schnee, weil es sich um Rattengift handeln könne. Räummannschaften wurden umgehend zur Räumung der rosa Flocken abkommandiert.

Die Behörde nahm ihre Giftwarnung schließlich zurück, empfahl den Stockholmern aber vorsichtshalber, den rosa Schnee besser nicht in den Mund zu nehmen. Das Pulver ist vermutlich eine harmlose Mischung zum Färben von Wasser für Kinder sowie Farbpulver für Druckerpatronen.

Schneeball führt zu Massenschlägerei

Kassel - Heißsporne bei Minusgraden: Ein Schneeball hat in Kassel zu einer Massenschlägerei mit drei Verletzten geführt. Sechs Männer im Alter von 19 bis 25 Jahren hatten sich in der Nacht eine Schneeballschlacht geliefert. Ein Geschoss traf die Frontscheibe eines vorbeifahrenden Autos. Der Fahrer und seine beiden Begleiter stellten die Werfer zur Rede. Es kam zu einer Schlägerei, bei der zwei Männer mit einem Messer verletzt wurden. Ein Dritter erlitt Schürf- und Platzwunden. Alle drei ließen sich im Krankenhaus behandeln. Das Messer konnte wegen des Schneetreibens nicht mehr am Tatort gefunden werden.

jus/dpa