kurz & krass Spinnenjäger sprengt Badezimmer
Spinne im Gegenlicht: Verpuffung hinter der Toilette
Foto: A3912 Marcus Brandt/ dpaHamburg - Ein ehemaliger Drogenschmuggler leitet eine Klinik für Drogenabhängige, eine 14-Jährige imitiert einen Überfall aus dem Fernsehen und ein Hobby-Kammerjäger sprengt sein Bad: SPIEGEL ONLINE präsentiert die skurrilsten Kurzmeldungen der Woche. Klicken Sie's durch:
Auf den Chefsessel geschummelt
Kleve - Ein verurteilter Drogenschmuggler hat fast zwei Jahre lang eine Drogenklinik am Niederrhein geführt. Der 56-Jährige hatte sich als Doktor der Psychologie ausgegeben und so den Chefposten als therapeutischer Leiter der Klinik erschlichen.
Der Hochstapler war aufgeflogen, weil er ohne Führerschein mit dem Auto zur Arbeit gefahren war. Bei einer Polizeikontrolle stellte sich heraus, dass er gar keinen Führerschein besaß.
Die Klinik-Geschäftsführung in Rees erfuhr, dass ein Strafverfahren gegen den Mann eingeleitet worden war. Erst dann bemerkten sie, dass sie nie ein polizeiliches Führungszeugnis von ihrem Cheftherapeuten gesehen hatten.
Als sie das Zeugnis anforderten, spuckte der Computer eine Vorstrafe aus - wegen Drogenschmuggels. Der Schwindel flog auf, sämtliche Urkunden des Mannes entpuppten sich als gefälscht. Der selbsternannte Doktor der Psychologie wurde fristlos entlassen.
Das Amtsgericht in Kleve verurteilte den Mann zu zwei Jahren Haft auf Bewährung wegen Betrugs, Urkundenfälschung und Titelmissbrauchs.
Seine therapeutische Kompetenz habe sich der Mann "sozusagen auf der anderen Seite" angeeignet, sagte ein Gerichtssprecher: Als heroinabhängiger Patient habe er zwei Entzugstherapien durchlaufen. Immerhin hatte er sich den Heilberufen nach seiner Drogenkarriere genähert: als Krankenpfleger in Kaufbeuren.
Sie will nur spielen
Budapest - Eine 14 Jahre alte Ungarin hat eine Verkäuferin mit einem gezückten Küchenmesser bedroht, um Geld zu erpressen.
Als sich die Verkäuferin im südwestungarischen Dorf Hosszuheteny weigerte, sagte die Jugendliche: "Dies war nur eine Warnung, das nächste Mal bringe ich dich um", berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI.
Die Verkäuferin des Eisenwarenladens alarmierte die Polizei, die das Mädchen kurz darauf stellte. Die Täterin gab an, sie habe am Vorabend im Fernsehen einen Krimi gesehen, in dem es um einen Bankraub ging.
Dort sei der Satz gefallen, den sie bei ihrem Überfall aussprach. Geld brauche sie nicht, da sie in guten Verhältnissen lebe. Die Polizei leitete gegen das Mädchen ein Verfahren wegen bewaffneten Raubüberfalls ein.
Besuch auf dem Balkon
München - Wenn er schon nicht verreist, dann kommen die Tropen eben zu ihm. Ein 50-jähriger Münchner hat bei seinem Urlaub auf Balkonien weitgereisten Besuch bekommen. Unter dem kleinen Tisch auf seinem drei Quadratmeter großen Balkon zeigte sich sich eine über einen Meter lange Schlange.
Der Mann rief die Feuerwehr, deren Reptilienexperte das Tier als Königspython identifizieren und einfangen konnte, wie die Münchner Branddirektion mitteilte.
Wie sich das Tier auf den Balkon im zweiten Stock eines Wohnblocks verirren konnte, blieb zunächst unklar. Die Schlange, die nicht giftig ist, wurde in eine Auffangstation für Reptilien gebracht.
Explosion statt Heldentat
Clacton - Ein Mann wollte sich im englischen Essex von seiner ritterlichen Seite zeigen - doch das ehrenwerte Vorhaben endete in einer Explosion.
Janine W. wollte gerade schlafen gehen, da entfuhr ihr ein Schrei. "Sie sagte, da sei eine Spinne im Badezimmer und fragte mich, ob ich sie entfernen könnte. Weder sie noch unsere beiden Kinder wollten das Bad noch betreten", sagte ihr Gatte Chris der Zeitung "Daily Mail".
Der Ingenieur zögerte nicht lange, als er sah, wie seine Frau zitterte. Der 28-Jährige jagte hinter dem Tier her. Im Badezimmer krabbelte die Spinne jedoch in eine Nische hinter die Toilette, er kam mit seinen Händen nicht an sie heran.
Deshalb schnappte sich der Mann eine Spraydose und zielte damit auf das kleine Tier. Um zu sehen, ob er die Spinne erwischt hatte, zündete er ein Feuerzeug an.
"Es war dumm von mir, aber ich schnappte mir ein Deo und ein Feuerzeug und sprühte hinter die Toilettenschüssel", so W.
Die Flamme entzündete das Gas aus der Spraydose und verursachte eine Verpuffung, die den Mann durch das Zimmer schleuderte und die Tür des Badezimmers aus den Angeln hob.
Der Ingenieur verbrannte sich zwei Finger und einen Knöchel. Er habe genau das Richtige getan, als er seine Verbrennungen mit Wasser gekühlt habe, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Was aus der Spinne wurde, blieb unklar. "Wir wissen aber nicht genau, ob sie davon kam, jedenfalls konnten wir keine Spur mehr von ihr entdecken."
Minenschacht im Garten
Newhall - Ein zweijähriger Junge spielte im Garten seiner Eltern im englischen Derbyshire, als der Boden unter seinen Füßen nachgab. Er fiel laut der Zeitung "Daily Mail" in ein zwei Meter tiefes Loch, das sich unter ihm aufgetan hatte.
Der Vater des Jungen eilte sofort herbei, sprang in die Grube und hob seinen Sohn heraus. Dabei verrenkte er sich den Rücken und konnte nicht mehr alleine aus dem Schacht klettern. Mit seinem Handy rief er die Feuerwehr, die ihm mit einer Leiter heraushalf.
Der Junge blieb unverletzt, die Blessuren des Vaters an Hals und Rücken wurden noch vor Ort behandelt.
Das Loch hat einen Durchmesser von rund zwei Metern und war auch über zwei Meter tief. "Es sah aus wie ein alter Minenschacht", sagte ein Sprecher des Rettungsteams.
Die Helfer untersuchten den Garten, um herauszufinden, warum sich das Loch so plötzlich aufgetan hatte. Der Schacht soll wieder aufgefüllt werden.