kurz & krass Wenn ein Nackter nachts mal klingelt
Mann mit Bierflasche: Erstaunlicher Besuch nachts um 4 Uhr
Foto: Z5456 Arno Burgi/ dpaHamburg - Ein nackter Betrunkener - oder ein betrunkener Nackter - verschafft sich auf unkonventionelle Weise eine Schlafmöglichkeit, eine Kalifornierin kutschiert eine Leiche durch die Gegend, Einbrecher stehlen mehrere Zentner Pizzabelag. SPIEGEL ONLINE präsentiert die skurrilsten Kurzmeldungen der Woche. Klicken Sie's durch:
Nackter klingelt Sturm
Widnau - Unverhoffter Besuch nachts um 4: Im Schweizer Kanton St. Gallen hat ein nackter Mann an einem Haus geschellt. Als der verdutzte Besitzer öffnete, ging der Besucher schnurstracks an ihm vorbei in den Keller und schlief ein, wie die Polizei mittelte. Die alarmierten Beamten stellten fest, dass der Betrunkene mit seinem Wagen in einen Kanal gerutscht war. Beim Aussteigen fiel er ins Wasser. Daraufhin zog er seine Kleidung aus und klingelte am nächsten Haus.
Kalifornierin fuhr zehn Monate lang mit Leiche im Kofferraum
Costa Mesa - Eine kalifornische Frau ist zehn Monate lang mit einer Leiche im Kofferraum herumgefahren. Die 57-Jährige habe nach eigenen Angaben die später verstorbene Obdachlose in ihrem Auto übernachten lassen, teilte die Polizei von Costa Mesa mit. Als sie die Leiche in ihrem Wagen gefunden habe, habe sie nicht gewusst, an wen sie sich wenden sollte, sagte die Frau. Sie habe außerdem Angst gehabt, Ärger zu bekommen. Zuletzt habe sie die Obdachlose im Dezember lebend gesehen.
Polizeibeamte hatten einen Fuß gesehen, der unter einer Decke hervorschaute, als sie das nicht verkehrsgerecht abgestellte Auto der Frau untersuchten. Die Leiche der Obdachlosen sei bereits teilweise mumifiziert gewesen, habe größtenteils nur noch aus Haut und Knochen bestanden und rund 15 Kilogramm gewogen, sagte ein Polizeisprecher.
Um den Geruch zu bekämpfen, habe die Fahrerin eine Schachtel mit Backpulver im Wagen gehabt. Bei einer Obduktion der Leiche seien keine Hinweise auf einen gewaltsamen Tod festgestellt worden, hieß es. Die Rolle der Fahrerin werde dennoch weiter untersucht. Die Identität der Toten konnte bislang nicht festgestellt werden.
Einbrecher stehlen zwei Zentner Pizzabelag
Siegen - Unbekannte Einbrecher haben aus einer Pizzeria in Siegen zwei Zentner Pizzabelag gestohlen. Wie die Polizei mitteilte, waren die Täter in der Nacht in ein rückseitig gelegenes Kühlhaus des Restaurants eingedrungen und hatten Käse, Schinken, Salami und Zwiebeln mitgehen lassen. Von den Einbrechern fehlt bislang jede Spur, der Sachschaden liegt bei rund 1200 Euro.
Polizei schickt Gerichtsbescheid per Facebook
Sydney - Erst hat ein Australier eine Ex-Freundin im Internetnetzwerk Facebook mit rüden Botschaften belästigt, jetzt war er selbst dran: Die Polizei in Melbourne schickte ihm eine einstweilige Verfügung gegen sein Treiben - per Videobotschaft an seine Facebook-Adresse. Sie hatte den Mann weder persönlich noch per Briefpost oder Telefon erreichen können. Die ungewöhnliche Aktion war erfolgreich. Der Mann löschte das Facebook-Profil, mit dem er die Frau belästigt hatte, wie die Beamten mitteilten.
Polizeimeister Stuart Walton hatte die einstweilige Verfügung verlesen und mit Video aufgenommen und dies, plus Text der Verfügung, an die Facebook-Mailbox des Mannes geschickt. "Schikanieren im Internet, Belästigung und Einschüchterung nimmt die Polizei sehr ernst", sagte Walton. "In diesem Fall ist es uns gelungen, Recht und Ordnung durch dasselbe Medium wieder herzustellen, in dem der Verstoß begangen worden war."
Volltrunkener Kapitän versucht Anlegemanöver
Berlin - Ein betrunkener Kapitän hat ein Anlegemanöver in Berlin versucht. Der Kapitän des 67 Meter langen Güterschiffs hatte 3,1 Promille im Blut, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Einer Streife der Wasserschutzpolizei war das Schiff in Moabit aufgefallen, als mehrfach versucht wurde, es am Ufer des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal anzulegen. Bei einer daraufhin durchgeführten Kontrolle bemerkten die Beamten in der Atemluft des 62-Jährigen einen deutlichen Alkoholgeruch und brachten den Mann zur Blutentnahme. Den Betrunkenen erwartet nun ein Strafermittlungsverfahren wegen Trunkenheit im Schiffsverkehr.
Haftstrafe für Frischvermählten
Wien - "Flittern" hinter Gittern: Um seine Hochzeit zu finanzieren, ist ein 31-Jähriger in Wien zum Bankräuber geworden - und muss dafür ins Gefängnis. Der spielsüchtige Mann, der kurz vor dem Jawort alle seine finanziellen Reserven verloren hatte, erbeutete Anfang Juli rund 4600 Euro. In seiner Stammfiliale hatte er der Kassiererin einen Zettel mit der Aufschrift "Überfall, Geld her!" überreicht. Mit der Beute bezahlte er die Hochzeit mit 500 geladenen Gästen in der Türkei.
Da der Täter aber beim Verlassen des Geldinstituts erkannt worden war, musste die Polizei nur seine Rückkehr aus dem Urlaub abwarten. Als der Frischvermählte wieder zur Arbeit erschien, klickten die Handschellen. Nun wurde der türkischstämmige Mann zu zwei Jahren Haft verurteilt, von denen er sechs Monate absitzen muss. Die Reststrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, weil er bei dem Überfall unbewaffnet aufgetreten war.
Zwei Jahrzehnte unschuldig im Gefängnis
New York - Für mehr als zwei Jahrzehnte unschuldig in Haft erhält ein New Yorker 18,5 Millionen Dollar (13,3 Millionen Euro) Entschädigung. Alan Newton wurde 1985 wegen Vergewaltigung zu bis zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt, erst 2006 bestätigte ein DNA-Nachweis seine Unschuld. Die Stadt New York habe die von der Verfassung garantierten Rechte des Mannes verletzt, erklärte ein Geschworenengericht. Außerdem hätten zwei Polizisten trotz Aufforderung nicht die Beweise des Verdächtigen vorgelegt. Newton sagte der "New York Times", für die Entschädigung habe er seit seiner Freilassung vor vier Jahren gekämpft. Die Stadt kündigte Widerspruch gegen die Entscheidung an.
Latrinendienst als Strafe
Wellington - Wer Grünflächen in Neuseeland als Freiluft-Toilette missbraucht, wird dafür büßen. Drei spanische Touristen mussten drei Stunden lang von Hand Hinterlassenschaften von Touristen und Besuchern aufsammeln, nachdem die Polizei sie auf "frischer Tat" erwischt hatte, berichtete die Zeitung "Otago Times".
Die Drei waren mit einem Wohnmobil ohne Toilette unterwegs und hatten sich auf einem Grünstreifen am Rande einer Siedlung auf der Südinsel Erleichterung verschafft. Vor die Alternative "Saubermachen oder Anklage" gestellt, hätten sie sich freiwillig zur Säuberungsaktion gemeldet, berichtete Polizist Tod Hollebon. "Sie haben genau das eingesammelt, was sie selbst und andere hinterlassen haben", so der Beamte. "Alle Seiten betrachten dies als positive Lösung."