»Lass das Messer fallen« - DER SPIEGEL
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MILITÄR »Lass das Messer fallen«

• aus DER SPIEGEL 19/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Amerikaner sind hilflos, wenn niemand Englisch spricht: Das gilt für US-Touristen in Europa und erst recht für die amerikanischen Soldaten in Afghanistan. Dort ist sogar eine Straßenkontrolle schwierig, wenn man nicht Paschtu, Dari oder Urdu beherrscht. Das Pentagon hat deshalb den »Phraselator« mitfinanziert, einen Sprachcomputer, der auf Knopfdruck übersetzt: »Zeig deinen Ausweis!«, raunzt der Soldat auf Englisch; »Zeig deinen Ausweis!«, schnarrt es in akzentfreiem Paschtu vom Phraselator-Band. 23 Prototypen sind bereits im Einsatz, weitere 500 werden im Mai geliefert. Sie sind nicht größer als ein Funkgerät und haben 1000 Standardphrasen für Soldaten und Mediziner gespeichert: »Lass das Messer fallen«, »Der Arzt kommt gleich« oder »Die Suppe ist kalt«. Die Antworten der Afghanen können allerdings nicht übersetzt werden. Und in brenzligen Situationen, gibt Erfinder Ace Sarich zu, ist der Phraselator zu langsam. »Wir haben zwar den Satz eingespeichert: ,Hände hoch, oder ich schieße!' Aber da dürfte es effektiver sein, einfach auf Englisch loszubrüllen - und das Gewehr auf jemanden zu richten.«

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