Sechs Tote bei Skiwanderung Lawinendrama in französischen Alpen
Queyras-Massiv bei Ceillac: Sechs Tote bei Lawinenunglück in Frankreich
Foto: JEAN-PIERRE CLATOT/ AFPGrenoble - Schneemassen haben in den Alpen sechs Franzosen des nationalen Alpinklubs mitgerissen und getötet. Die Lawine erfasste die vier Männer und zwei Frauen am Samstag im französischen Queyras-Massiv bei Ceillac, teilte die zuständige Präfektur mit. Drei tote Skiwanderer wurden noch in der Nacht nahe der italienischen Grenze gefunden, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Leichen der übrigen Mitglieder der Gruppe seien am Sonntagvormittag nach der Wiederaufnahme der umfassenden Suche entdeckt worden.
Die von der Lawine begrabenen Skifahrer starben auf etwa 2500 Meter Höhe im Bachas-Tal. "Eine Schneeplatte hatte sich gelöst und dann alle unter sich begraben", sagte ein Sprecher der Hochgebirgsgendarmerie.
Die Toten waren Behördenangaben zufolge erfahrene Skibergsteiger im Alter zwischen 58 und 73 Jahren. Seit Samstagmittag habe es keinen Kontakt mehr zu der Gruppe gegeben, die ihre Tour bei guter Wetterlage und einer mittleren Lawinengefahr begonnen hatte.
Weil ein Lawinenunglück befürchtet wurde, brachen noch am Samstag Hilfsmannschaften auf, unterstützt von zwei Teams mit Suchhunden und einem Helikopter. In der Nacht zum Sonntag musste die Suche jedoch für einige Stunden unterbrochen werden, weil die Gefahr für die Rettungskräfte zu groß wurde.
Erst am vergangenen Donnerstag waren zwei Männer im Ecrins-Massiv der französischen Hochalpen in einer Lawine ums Leben gekommen. Jährlich sterben in Frankreich etwa 30 Menschen durch Schneeabgänge.
In Österreich wird indes nach einem vermissten Skibergsteiger aus Deutschland gesucht. Der 42-Jährige sei am Samstag nach einer Tour in Tirol nicht vereinbarungsgemäß an einer Hütte angekommen, berichtete die Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf Behördenangaben. In der Nacht musste die Suche nach dem Mann demnach unterbrochen werden. Anfang der Woche hatte eine Lawine zwei deutsche Skifahrer in St. Anton am Alberg in den Tod gerissen.
Wie entstehen Lawinen?
Das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos nennt folgende Faktoren, die für eine Lawinenbildung entscheidend sind:
- Niederschlag
- Wind
- Temperatur
- Schneedecke
- Gelände
- Mensch
Die wichtigsten Regeln lauten demnach:
- Neuschnee und Wind bedeuten Lawinengefahr.
- Eine schnelle und markante Erwärmung führt zu einem kurzfristigen Anstieg der Lawinengefahr.
- Damit Schneebrettlawinen entstehen können, braucht es schwache Schichten in der Schneedecke.
- Je steiler und schattiger, desto größer ist die Lawinengefahr.
- Rund 90 Prozent aller Lawinen auf Touren werden vom Mensch ausgelöst.