Lebensmittelskandal: Belgische Hühner mit PCB verseucht - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Lebensmittelskandal Belgische Hühner mit PCB verseucht

Belgische Hühnerfarmen sind mit Futter beliefert worden, dass den Krebs erregenden Stoff PCB enthielt. Mehr als 20.000 möglicherweise verseuchte Tiere wurden bereits geschlachtet - und gelangten teilweise in den Einzelhandel.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Brüssel - In Belgien bahnt sich ein neuer Lebensmittelskandal an. Hühnerfutter eines Betriebs aus dem belgischen Ort Roulers sei mit giftigem PCB (Polychlorbiphenyl) verseucht worden, teilte die nationale Behörde für Lebensmittelsicherheit mit. Die Behörde habe Vorsichtsmaßnahmen getroffen und schätze die Gesundheitsgefahr als begrenzt ein.

Das Futter wurde nach bisherigen Erkenntnissen an 19 Hühnerfarmen geliefert. Vor einer Woche habe einer dieser Betriebe 18.000 Hühner geschlachtet. Die Tiere wurden größtenteils eingefroren, einige gelangten aber auch in den Handel. Nach bisher unbestätigten Proben wurden erhöhte PCB-Werte ermittelt. Ein anderer Betrieb tötete über 2000 Tiere, die nach Proben erhöhte Werte des PCB aufwiesen. PCB gilt als Krebs erregend.

Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass Tiere aus den mittlerweile blockierten 19 Betrieben in den Export gingen. Die Verseuchung, deren Ursache bisher unbekannt ist, wurde bereits am 18. Januar entdeckt, aber jetzt erst öffentlich gemacht.

Laut der belgischen Lebensmittelbehörde ist der Grad der Verseuchung nicht mit dem während der Dioxin-Krise vergleichbar. 1999 hatte ein belgischer Betrieb mit Dioxin verunreinigtes Tierfutter an Tausende von Hühnerfarmen, Schweinemäster und Rinderzüchter verkauft und damit einen großen Lebensmittelskandal ausgelöst.