Lebensmittelvergiftung Mangelnde Hygiene bei Cateringfirma?
Halle - Einige der Erkrankten konnten nach der Lebensmittelvergiftung bereits die Kliniken wieder verlassen. "Auch die meisten anderen Patienten sind auf dem Weg der Besserung", teilte Halles Amtsarzt Eberhard Wilhelms am Mittwoch mit. Einen Tag zuvor waren 121 Betroffene - meist Kinder - mit Brechanfällen und Übelkeit in die Hallenser Krankenhäuser eingeliefert worden. Sie hatten alle die Schinkennudeln einer örtlichen Cateringfirma gegessen.
Regine Stark vom Landesveterinär- und Lebensmitteluntersuchungsamt in Halle vermutet als Ursache für die Massenvergiftung mangelnde Hygiene beim Abfüllen der Mahlzeiten. Insgesamt seien rund 600 Nudelportionen ausgeliefert worden. Da die Zahl der Erkrankten aber deutlich darunter liegt, sei davon auszugehen, dass die Staphylokokken-Bakterien, die als Auslöser der Krankheit ausgemacht wurden, erst nach der Herstellung ins Essen gelangten. "Möglicherweise durch einen eitrigen Finger", meinte Regine Stark.
Die Polizei ermittelt zurzeit, wer Zugang zu den Räumen der Produktionsstätte des Fertigkostherstellers "Hallesche Rosengarten Catering" hatte. Polizeidirektor Udo Richter bestätigte zudem, dass bereits einige Eltern betroffener Kinder Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung erstattet hätten. Er rechnet mit weiteren Anzeigen. Dem Catering-Unternehmen wurde vorläufig die Betriebserlaubnis entzogen.