Leichenfund Ritualmord in London?
London - Die Leiche, deren Kopf und Gliedmaßen abgetrennt waren, trieb in der Themse, als ein Spaziergänger sie im September nahe der Tower-Brücke mitten in London sichtete. Vermutlich hatte der Torso des fünf bis sechs Jahre alten schwarzen Jungen zu dem Zeitpunkt bereits zehn Tage im Wasser gelegen.
Inzwischen entdeckten die Ermittler am Ufer des Flusses auch ein Bündel von sieben halb abgebrannten Kerzen, die in ein weißes Tuch eingeschlagen waren. Auf das Stoff war der Name Adekoye Jo Fola Adeoye geschrieben, der Name war auch in die Kerzen eingeritzt, teilte ein Sprecher von Scotland Yard mit. Die Polizei hat nun Experten für südafrikanische Ritualmorde zu den Ermittlungen hinzugezogen, denn sie hält es für möglich, dass sie mit dem jüngsten Fund nun endlich die Identität des Jungen klären können. Möglicherweise gehören die Kerzen zur Tötungszeremonie.
Ein südafrikanischer Gerichtsmediziner, der auf die Untersuchung von Ritualmorden spezialisiert ist, soll in der kommenden Woche den Torso erneut obduzieren. Die Tatsache, dass kein Kind als vermisst gemeldet wurde, auf das die Beschreibung passt, und der Zustand der Leiche haben den Verdacht auf einen Mord durch einen oder mehrere südafrikanische "Medizinmänner" gelenkt, heißt es. In Südafrika selbst sind zahlreiche solcher "Muti" genannter Verbrechen belegt, die der Herstellung angeblich besonders wirksamer Geheimmedizin dienen sollen.
Das Kind war mit einer Shorts der Marke "Kids and Company" bekleidet, in die eine deutsche Waschanleitung eingenäht war. Scotland Yard hat umgerechnet rund 82.000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zur Identifizierung des Opfers führen.