Leipzig Prozess gegen DDR-Heimbetreuer eingestellt
Leipzig - Der Prozess vor dem Leipziger Landgericht wurde heute eingestellt. Die Entschädigungszahlungen kommen den Opfern und gemeinnützigen Einrichtungen zugute. Für das Verfahren waren ursprünglich 18 Verhandlungstage angesetzt worden. Es sollten unter anderem fast 50 Zeugen gehört werden.
Die 5. Strafkammer des Landgerichts und die Verteidiger der Angeklagten folgten einem Vorschlag der Staatsanwaltschaft. Deren Vertreter hatte den Vorschlag zur Einstellung gegen Zahlung von Geldbußen damit begründet, dass das Verfahren deutlich abgekürzt werden sollte. Zudem lägen die Taten schon fast 20 Jahre zurück. Nach DDR-Strafrecht hätten die Angeklagten im Höchstfall Freiheitsstrafen von drei Jahren erhalten.
Das Strafrecht tue sich schwer damit, derartige historische Vorgänge aufzuklären, sagte der Vorsitzende Richter der Kammer, Berthold Pfuhl. Den vier Angeklagten war vorgeworfen worden, zu DDR-Zeiten in einem Spezialheim für schwer erziehbare Kinder im sächsischen Meerane ihre Zöglinge geschlagen, getreten und missbraucht zu haben. Mit der Einstellung des Verfahrens bliebe den Opfern nun auch die erneute Konfrontation mit ihren mutmaßlichen Peinigern erspart, hieß es.