Lenggries: Gebrochener Bolzen löste Seilbahn-Nothalt aus - DER SPIEGEL
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Lenggries Gebrochener Bolzen löste Seilbahn-Nothalt aus

Die Ursache für den Seilbahn-Zwischenfall im bayerischen Lenggries scheint gefunden: Ein mechanischer Schaden an einer Gondel ist wohl die Ursache für den Stopp auf offener Strecke. Dutzende Passagiere hatten unter anderem mit Hubschraubern gerettet werden müssen.
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Seilbahn-Nothalt: "Wir haben Glück gehabt"

Foto: DDP

Lenggries - Schon wenige Stunden nach dem Zwischenfall gibt es eine erste Erklärung für die Seilbahn-Panne im bayerischen Lenggries. Ein mechanischer Schaden an einer Gondel ist aller Wahrscheinlichkeit nach die Ursache für den Stopp auf offener Strecke. Der Fehler habe einen Nothalt ausgelöst, sagte der Geschäftsführer der Bahn, Peter Lorenz. Der plötzliche Stopp schloss 43 Menschen am Dienstagvormittag für bis zu zweieinhalb Stunden in der Bahn ein. Zunächst hatte es geheißen, 60 Passagiere hätten in den Gondeln gesessen. "Alle Bremsen haben geschlossen", erläuterte Lorenz. Die Seilbahnaufsicht bei der Regierung von Oberbayern soll zusammen mit dem TÜV Süd die Ursache für den Nothalt ermitteln.

Mit Hubschraubern und Leitern wurden alle Fahrgäste unverletzt geborgen. "Dem einen oder anderen sitzt noch der Schreck in den Gliedern", sagte Polizeisprecher Franz Sommerauer nach der Rettungsaktion am Dienstagmittag.

Plötzlich stehengeblieben

Die Seilbahn von Lenggries zum Brauneck war gegen 10 Uhr plötzlich stehengeblieben. In 25 Viererkabinen saßen die Fahrgäste bei Eiseskälte in bis zu 70 Metern Höhe fest. In einem Großeinsatz mit fünf Polizei- und Rettungshubschraubern seilten sich Bergwachtretter zu den Gondeln ab, gurteten die Insassen an und ließen sie mit Seilwinden zur Erde.

Aus einigen Kabinen über unwegsamem Gelände wurden die Fahrgäste auch in die Hubschrauber hochgezogen und weggeflogen, wie der Polizeisprecher sagte. Aus den Waggons im Bereich der Talstation wurden die Insassen über Drehleitern von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht. Für die Betroffenen habe keine Gefahr bestanden. Verletzt wurde niemand. Der jüngste Gerettete sei zehn Jahre, der älteste 66 Jahre alt gewesen. Die meisten seien Einheimische, sagte Sommerauer.

"Wir haben Glück gehabt"

Die 48-jährige Brigitte Meßner sagte: "Wir haben Glück gehabt, es war nicht allzu kalt." Sie habe fast drei Stunden lang in 25 Meter Höhe festgesessen, bis sich ein Hubschrauber genähert und sie auf den Boden abgeseilt habe. Von da aus sei sie zu Fuß hinunter gegangen. Sie habe sich keine allzu großen Sorgen gemacht, weil ihr Mann lange Bergwachtler gewesen sei und sie den Ablauf solcher Rettungsaktionen in etwa kenne: "Das war jetzt nicht so spektakulär."

Polizeisprecher Sommerauer sagte, Panik sei nicht ausgebrochen, alle betroffenen Fahrgäste hätten sehr diszipliniert reagiert. Die Bergung per Hubschrauber aus einer Seilbahn sei dank regelmäßigem Training unproblematisch, sagte ein Bergwachtsprecher. Auch das Wetter habe keine Probleme gemacht.

Bei der Rettungsaktion waren rund 100 Helfer von Bergwacht, Polizei, Feuerwehr und Rotem Kreuz im Einsatz. Einige Wanderer, die wegen des Defekts auf der Bergstation festsaßen, wurden mit Fahrzeugen ins Tal gefahren.

Die Ursache der Betriebsstörung wurde von der Technischen Seilbahnaufsicht des Regierungsbezirks und der Polizei untersucht.

Das Brauneck mit 17 Sessel- und Schleppliften ist ein beliebtes Ziel für Skifahrer rund 70 Kilometer südlich von München. Die Kabinenbahn bringt die Fahrgäste normalerweise in zwölf Minuten von Lenggries im Isartal zum Gipfelhaus auf 1520 Meter Höhe.

Anm. d. Red.: Ursprünglich hieß es in der Überschrift dieses Textes, dass der "Fahrer" der Seilbahn den Nothalt ausgelöst habe. Tatsächlich war es ein technischer Fehler, wie auch im Text geschrieben. Wir bitten um Entschuldigung.

jdl/dpa/apn

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