Lettland: Hunderte Menschen von Eisschollen gerettet - DER SPIEGEL
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Tauwetter Hunderte Letten von Eisschollen gerettet

Letten retten am Karfreitag: In der Rigaer Bucht sind Hunderte Menschen auf zwei Eisschollen abgetrieben. Einigen gelang noch der Sprung ans Land, der Rest musste mit Helikoptern und Schiffen zurückgeholt werden.
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Riga - Der Karfreitag ist auch in Lettland ein Feiertag und den nutzten viele Bürger für eine beliebte Freizeitbeschäftigung: Eisfischen. Dabei hatten die Behörden vor Tauwetter und starken Winden gewarnt - zu Recht, wie sich herausstellen sollte.

Mehr als 200 Eisfischer standen auf zwei Eisschollen, die sich lösten und abtrieben. Der Abbruch sei zunächst nicht bemerkt worden, sagte ein per Helikopter geretteter Mann der Nachrichtenagentur BNS. Der Riss habe sich dann sehr schnell erweitert. Mehrere Fischer, die nahe an der Bruchstelle standen, hätten sich noch mit einem Sprung retten können.

Die übrigen Menschen, laut Angaben der Feuerwehr insgesamt 223 an der Zahl, mussten in einer aufwendigen Aktion gerettet werden. Hubschrauber, aber auch Eisbrecher und Schleppschiffe brachten die Menschen wieder zurück an die Küste. Eine Person sei mit leichten Erfrierungen ins Krankenhaus gebracht worden, meldete das lettische Radio. Ernsthafte Verletzungen zog sich niemand zu.

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Spektakuläre Rettung: Letten auf Eis

Foto: ILMARS ZNOTINS/ AFP

Auf der größeren Scholle waren den Angaben zufolge 180 Menschen, auf der kleineren, die schon fast vier Kilometer vor der Küste lag, befanden sich etwa 40 Menschen. Starker Wind hatte die Eisflächen auf die Rigaer Bucht hinausgetrieben und die Bergung vor der Stadt Jurmala erschwert. Die lettische Armee veröffentlichte bei Twitter ein unscharfes Foto, das zeigte, wie Schiffe mehrere Menschen am Strand absetzten.

Eisfischen ist in Ex-Sowjetrepubliken ein verbreitetes Hobby und vor allem in Russland Volkssport. Dabei kommt es vor allem in der Tauwetterperiode immer wieder zu solchen Notfällen. So retteten russische Helfer im Februar 2012 etwa 900 Fischer in Südrussland von Eisschollen aus dem Asowschen Meer.

Der lettische Außenminister Edgars Rinkevics dankte den Rettungskräften und Soldaten auf seiner Facebook-Seite für ihren Einsatz. Sie hätten einen "hohen Grad an Professionalität" bewiesen, schrieb er.

dab/dpa/AFP

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