Adoption: Madonna ohne David - DER SPIEGEL
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Adoption Madonna ohne David

Popstar Madonna hat mit der Adoption des kleinen David in Malawi heftige Kontroversen ausgelöst. Schutzorganisationen kritisierten die Sonderbehandlung der Prominenten. Die Diva musste ihren Schützling zurück lassen - "bis der Pass ausgestellt ist", so die offizielle Begründung.
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London - Die Malawische Organisation "Eye of the Child" will eine gerichtliche Verfügung erwirken, die eine Ausreise des Kindes verhindern soll, berichtet der die englische Zeitung "Daily Mirror". Mehrere Beobachter und Adoptionsverbände kritisierten die schnelle Adoption und dass dem Paar Sonderrechte eingeräumt worden seien. Üblicherweise müssen Adoptiveltern zwei Jahre in Malawi leben.

Die Adoption sei "in jeder Hinsicht verkehrt", zitierte der "Mirror" Yvette Gayford von der Organisation "Parents and Children Together". "Eine Adoption darf nicht aus einer Laune heraus erlaubt werden." Benston Kilembe, malawischer Direktor für Jugenddienste, hatte zuvor der BBC erklärt, Madonna und ihr Ehemann Guy Ritchie (38) hätten "die normalen Prozeduren" erfüllt.

Der malawische Journalist Raphael Tentane sprach von einer Kontroverse, die die verkürzten Adoptionsverfahren zu Gunsten von Madonna ausgelöst hätten. Auch wenn die Pop-Ikone gute Absichten habe, könnte es Signalwirkung für Menschen mit anderen Intentionen haben. Im südafrikanischen Rundfunk warnte er: "Andere könnten solche verkürzten Verfahren für ihre Zwecke ausnutzen." Der Vater des Jungen hatte dagegen Journalisten erklärt, er sei froh, dass seinem Kind nach dem Tod seiner Ehefrau nun eine neue Perspektive geboten werde. "Ich bin sehr glücklich; es gibt sehr viel Armut im Dorf, und das Kind wird eine bessere Zukunft haben", meinte er.

Ein Richter hatte am Donnerstag dem Antrag auf Adoption des Halbwaisen David Banda stattgegeben, meldete die BBC. Malawische Behörden hätten versprochen, dem Kind so bald wie möglich die Ausreise zu gestatten, schreibt die Zeitung "The Times" in ihrer Samstagsausgabe.

Wenn die Popdiva sich nicht ausreichend um den Kleinen kümmert, kann die einstweilige Adoptionserlaubnis zurückgezogen werden. Eine Bedingung für die Adoption sei gewesen, dass David nicht anders als die zwei leiblichen Kinder des Popstars behandelt werde, sagte der zuständige Gerichtsbeamte Tom Ligowe. Kilembe sagte, Madonna habe Adressen in London und Los Angeles hinterlassen, an denen Regierungsmitarbeiter in den kommenden 18 Monaten ihren Umgang mit dem Adoptivsohn überprüfen könnten.

Madonna hat zwei leibliche Kinder: die neunjährige Lourdes Maria und den sechsjährigen Rocco. Seit Anfang Oktober hatte sich der Popstar in Malawi aufgehalten, um verschiedene soziale Hilfsprojekte auf den Weg zu bringen, darunter auch ein Heim für Aids-Waisen.

mik/dpa/AP