American Music Awards: Bruno Mars bleibt der Gala fern - trotz sieben Preisen - DER SPIEGEL
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American Music Awards: Abwesende Gewinner und starke Frauen

Foto: UPPA/ face to face

Sieben American Music Awards gewonnen Bruno Mars bleibt der Gala fern

Bei den American Music Awards gab es nachdenkliche Töne - und einer der größten Gewinner des Abends tauchte gar nicht auf: Bruno Mars.
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Er war mit acht Nominierungen als Favorit in die Verleihung gegangen, konnte dann aber nicht selbst dabei sein: Sänger Bruno Mars hat bei den American Music Awards sieben Preise bekommen, darunter die Auszeichnung als "bester Künstler". Weil er gerade auf Welttournee ist, bedankte er sich per Video.

"Ich wünschte, ich könnte mit euch allen feiern, aber ich bin Millionen Meilen weit entfernt", sagte Mars. Die American Music Awards werden seit 1973 verliehen. Die Nominierungen basieren auf Albumverkäufen und anderen Kennzahlen, aber über die Gewinner stimmen die Fans im Internet ab. Die Verleihung gilt gemeinhin als unbeschwerte Show mit viel Musik, Tanz und Witz, in diesem Jahr ließen sich viele Stars aber auch eine aktuelle, kritische oder nachdenkliche Bemerkung nicht nehmen.

"2017 war ein Jahr, das unseren Glauben auf die Probe gestellt hat", sagte Schauspieler Jamie Foxx gleich zu Beginn der Gala und erinnerte an vieles, was die Menschen in den USA erschütterte: Naturkatastrophen wie Hurrikane, Amokläufe mit Dutzenden Toten, eine oft hasserfüllt ausgelebte politische Spaltung und den Skandal um sexuelle Belästigung nicht nur in Hollywood.

"Wir haben die Kraft der Musik mehr denn je gebraucht, um den Nachrichten des Tages zu entkommen", sagte Foxx. Erst dann ging es los mit Musik - mit großen Auftritten der Gewinner und Verweisen auf starke Frauen.

Country-Sänger Keith Urban bekam drei Preise auf einmal. Selena Gomez meldete sich frisch erblondet mit ihrem Song "Wolves" zurück, nachdem sie im September verkündet hatte, dass ihr eine neue Niere eingesetzt worden war. Pink trat an einem Seil von einem Hochhaus in Los Angeles baumelnd auf. Christina Aguilera sang im Andenken an die 2012 gestorbene Pop-Ikone Whitney Houston einige Songs aus deren Hitfilm "The Bodyguard".

2017 war das Jahr "mutiger Frauen"

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American Music Awards: Abwesende Gewinner und starke Frauen

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Moderiert wurde die Veranstaltung von Tracee Ellen Ross, die immer wieder Frauen lobte, die "die Erde beben und den Boden wackeln lassen". Damit spielte sie auch auf den Skandal um sexuelle Belästigung - nicht nur in Hollywood - an.

2017 sei "das Jahr, in dem mutige Frauen eine Bewegung gestartet haben, bei der wir deutlich machen, dass uns unsere Erfahrungen, unsere Körper und unsere Leben selbst gehören." Ross meinte damit auch ihre Mutter, die 73-jährige Soul-Diva Diana Ross, die mit einem Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde.

Auch Lady Gaga meldete sich mit kritischen Tönen aus der Ferne zu Wort. Sie konnte ihren Preis als beliebteste Pop/Rock-Künstlerin nicht persönlich entgegennehmen, weil sie ein Konzert an der anderen Küste der USA gab, in Washington. Von dort sang sie "The Cure", ein Lied über Heilung, und schickte noch eine Botschaft hinterher: "Wenn du das Gefühl hast, anders zu sein - dann gib bloß nicht auf, der Mensch zu sein, der du bist."

fok/dpa/AP