Amsterdam: Vincent Van Goghs mutmaßliche Suizid-Waffe erstmals ausgestellt - DER SPIEGEL
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Amsterdam Vincent Van Goghs mutmaßliche Suizid-Waffe erstmals ausgestellt

War es Suizid oder doch Mord? Das Amsterdamer Van-Gogh-Museum ist sich ziemlich sicher - und präsentiert erstmals den Revolver, durch den der niederländische Maler vermeintlich umkam.
Mutmaßlich Vincent van Goghs Suizid-Waffe
Mutmaßlich Vincent van Goghs Suizid-Waffe

Mutmaßlich Vincent van Goghs Suizid-Waffe

Foto: Robin Van Lonkhuijsen/ dpa
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Ein stark verrosteter Revolver ist das Glanzstück einer neuen Ausstellung über Vincent Van Gogh in Amsterdam. Mit der in der Ausstellung "Am Rande des Wahnsinns" erstmals öffentlich gezeigten Waffe soll sich der niederländische Maler selbst umgebracht haben. Der kleine, stark verrostete Revolver stamme aus einer privaten Sammlung, teilte das Van-Gogh-Museum in Amsterdam mit.

Demnach schoss sich Van Gogh wahrscheinlich mit dieser Waffe am 27. Juli 1890 auf einem Feld im französischen Auvers-sur-Oise selbst in die Brust. Danach war es ihm allerdings noch gelungen, sich in seine Herberge in dem Künstlerdorf nahe Paris zurückzuschleppen. 30 Stunden später starb der 37-jährige Maler in den Armen seines Bruders Theo.

Die Tatwaffe war damals nicht gefunden worden. 2011 hatten die Autoren und Pulitzer-Preisträger Steven Naifeh und Gregory White Smith in "Van Gogh: The Life" daraufhin sogar die Suizid-These infrage gestellt. Sie behaupteten, dass vermutlich eine oder mehrere andere Personen am Tod beteiligt gewesen waren.

Museum: Van Gogh schnitt sich gesamtes Ohr ab

Doch mit der rostigen Waffe präsentiert das Amsterdamer Museum nun das vermeintliche Corpus Delicti. Etwa 1960 soll ein Bauer in Auvers es auf seinem Land gefunden haben - einen Lefaucheux-Taschenrevolver Kaliber 7,0 Millimeter. Und in der gleichen Gegend soll Van Gogh auch auf sich selbst geschossen haben. "Der Grad der Korrosion legte nahe, dass die Waffe 50 bis 60 Jahre lang im Boden lag", erklärte das Museum anlässlich der Ausstellung über die letzten eineinhalb Jahre Van Goghs.

Die geringe Feuerkraft der Waffe biete zudem eine weitere Erklärung, warum die aus nächster Nähe abgefeuerte Kugel an Van Goghs Rippen abprallte. "Hundertprozentige Sicherheit dafür gibt es nicht", zitiert das niederländische Staatsradio  Teio Meedendorp vom Museum. "Aber die Argumente geben zu denken."

Nach dem Schuss rutschte die Kugel den Angaben zufolge schließlich tiefer in den Körper, sodass eine Entfernung der Kugel als zu gefährlich erachtet wurde. Der Maler starb.

Ein weiteres interessantes Stück der Ausstellung ist eine Zeichnung, die der Arzt Felix Rey anfertigte, nachdem sich Van Gogh während seiner Zeit im südfranzösischen Arles das linke Ohr abgeschnitten hatte. Die Zeichnung belege, dass der Maler sich das komplette Ohr abtrennte und nicht, wie lange angenommen, nur einen Teil davon, erläuterte das Museum.

Die Ausstellungsmacher hoben hervor, dass Van Goghs Kunst "nicht als Produkt seiner Krankheit betrachtet werden sollte", sie sei vielmehr trotz seines Zustands entstanden. Die Ausstellung wird am Freitag eröffnet und soll bis zum 25. September gezeigt werden.

Kuratorin Nienke Bakker vor Van Goghs Porträt "Doktor Felix Rey"

Kuratorin Nienke Bakker vor Van Goghs Porträt "Doktor Felix Rey"

Foto: ROBIN VAN LONKHUIJSEN/ AFP
apr/AFP