Bauer sucht Frau: Ein Schäfer auf Eroberungskurs - DER SPIEGEL
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Bauer sucht Frau Ein Schäfer auf Eroberungskurs

Er suchte die Frau fürs Leben - und bekam einen Plattenvertrag: Schäfer Heinrich aus der TV-Show "Bauer sucht Frau" bringt seine erste Single auf den Markt. Die Fans rennen ihm buchstäblich die Hofeinfahrt ein, und seine Vorstellung von seiner Zukünftigen nimmt konkrete Formen an.
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Köln- Er hat 260 Schafe, 100 Enten - und keine herausragende Stimme: Etwas verloren sitzt Bauer Heinrich auf dem Designersofa seiner Kölner Plattenfirma. Der Publikumsliebling der RTL-Reality-Soap "Bauer sucht Frau" hat mit seiner ersten Single "Das Schäferlied", die am Freitag in den Handel kommt, schon vor der Veröffentlichung für Aufsehen gesorgt. Angesichts der Vorbestellungen erwartet die Plattenfirma EMI Music einen beachtlichen Erfolg.

"Andere können mit Sicherheit besser singen als ich. Aber die Leute wollen offenbar mich und mein Schäferlied", staunt der schmächtige Mann in Jeans und Lodenjoppe. Seinen bürgerlichen Namen und den genauen Wohnort halten RTL und die Plattenfirma geheim, um die Privatsphäre des 41-jährigen Sauerländer zu schützen - mit mäßigem Erfolg, wie Heinrich berichtet: "An den Wochenenden ist bei uns im Dorf schon richtig was los. Da musste das Ordnungsamt schon die Zufahrt zu unserem Hof sperren, so sehr haben sich dort die Fans gedrängelt."

Bei "Bauer sucht Frau" hatte Heinrich, der den Hof mit seiner betagten Mutter bewirtschaftet, die Liebe fürs Leben gesucht. Doch die Liaison mit seiner Auserkorenen Anja fand ein schnelles Ende. Bauer Heinrich weiß, dass er die Zuschauer polarisiert: Die einen halten ihn für liebenswert authentisch, die anderen nur für ein arg schlichtes Gemüt: "Das ist mir egal, ich verstelle mich nicht."

"Die Kirschen sind reif, jetzt müssen sie gepflückt werden"

Schon als kleiner Junge ist er mit dem "Schäferlied" gemeinsam mit seinem Vater bei runden Geburtstagen oder der örtlichen Kirmes aufgetreten. Seit langem habe er davon geträumt, das Lied auf Platte zu bannen. Dank der Popularität durch "Bauer sucht Frau" habe nun alles gepasst, freut sich Heinrich: "Da habe ich mir gedacht, Kerl, jetzt sind die Kirschen reif, jetzt müssen sie gepflückt werden."

Dass der Plattenvertrag nicht Lohn für Talent und Können, sondern logischer Teil der gut geölten Vermarktungskette von "Bauer sucht Frau" ist, stört ihn da nicht.

Denn "das Schäferleben ist heute nicht einfach", bedauert Heinrich. Wenn da die Musik ein paar zusätzliche Euro einbringt, sei das durchaus willkommen.

Von der wenig einträglichen Schafzucht will der 41-Jährige aber nicht lassen: "Ich wäre kein Typ, um in die Fabrik zu gehen", ist sich Heinrich sicher, "ich will das freie Leben, mein eigener Herr sein. Ob dabei etwas Geld heraus kommt, ist mir dabei nicht so wichtig." Allerdings halte sein Beruf auch manche Frauen ab, räumt Heinrich ein: "Auch vielleicht, weil ich etwas anders bin als die anderen..."

Nach der RTL-Sendung hätten sich einige Frauen bei ihm gemeldet, doch noch ist Bauer Heinrich zu haben: "Meine Frau sollte ein bisschen jünger sein als ich, damit wir noch Kinder haben können. Sie sollte ehrlich sein, treu, einen guten Charakter haben und Verständnis für meinen Beruf mitbringen. "

Und wenn die Neue dann noch eine "gute Figur" habe, ginge vielleicht etwas. Schließlich hat Heinrich auch einiges zu bieten: "Ich bin ein guter Typ, gesellig und feiere gerne."

Bauer Georg aus Hessen: ""Das ist alles andere als einfach"

Ein weiterer Kandidat - Bauer Georg aus Osthessen - muss mit dem neuen Bekanntheitsgrad leben lernen: Vor der Fleischerei Gies in Fulda herrscht ein Getümmel wie nie, weil sich der Landwirt zu einer Autogrammstunde angekündigt hat.

Diese Chance wollen sich weit über 100 Fans des Landwirts nicht entgehen lassen. Georg, der in der Nähe der osthessischen Kleinstadt Schlitz lebt, freut sich über solche Sympathiebezeugungen. "Ich hätte nie erwartet, dass so viel Menschen vorbeikommen. Mir tut schon langsam die Hand vom Schreiben weh", sagte er nach knapp einer Stunde und lachte.

Dass der Getreidebauer ein sehr geselliger Typ ist, merken die Besucher seiner Autogrammstunde sofort. Er plaudert mit vielen und lässt sich geduldig Dutzende Male ablichten. Doch nicht alle Fragen, die seine Fans auf dem Herzen haben, will der Landwirt beantworten. Gerade was seine Beziehung betrifft, brennen den Besuchern viele Fragen unter den Nägeln. "Aber wenn ich euch jetzt alles erzähle, wird es ja langweilig."

An den Moment, als sich das Leben des Bauern grundlegend veränderte, kann sich Georg noch genau erinnern. "Als ich die Bestätigung zum erstem Mal in den Händen hielt, war ich regelrecht geschockt. Ich rechnete nun wirklich nicht damit, dass ich unter so vielen Bewerbern herausgefischt werde", erinnert sich der Osthesse. Doch als er realisiert hatte, was das nun für ihn bedeuten würde, brach bei ihm ein richtiges Glücksgefühl heraus.

Mittlerweile kann sich Georg eigenen Angaben zufolge nirgendwo mehr unerkannt bewegen. "Das ist alles andere als einfach, und manchmal braucht man auch gute Nerven, wenn man im Alltag ständig erkannt wird".

Bereut hat er sein öffentliches Werben um eine Frau? "Zwar stehen bei mir jetzt regelmäßig irgendwelche Leute im Hof, aber ich würde mich immer wieder bewerben. Die Dreharbeiten waren prima, und ich habe viele neue Leute kennengelernt."

jjc/ddp

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