Bauskandal Spanische Polizei ermittelt gegen Sean Connery
Schauspieler Sean Connery: Im Fokus der spanischen Justiz
Foto: epa Gombert/ dpaMálaga - Der schottische Filmstar Sean Connery hat Ärger mit der spanischen Justiz. Die Ermittler in Marbella haben den früheren James-Bond-Darsteller und dessen zweite Frau Micheline Roquebrune im Verdacht, in einen Immobilienskandal in dem südspanischen Badeort verwickelt gewesen zu sein.
Das Ehepaar wurde für Ende Mai zur Vernehmung durch einen Untersuchungsrichter vorgeladen, hieß es aus spanischen Justizkreisen. Sie sollen als Angeklagte in einer Korruptions- und Geldwäsche-Affäre an der spanischen Costa del Sol aussagen. Hinter verschlossenen Türen - denn der Fall wird derzeit als Geheimakte geführt.
In der Affäre geht es um die Villa "Malibu", die das Ehepaar nach seiner Hochzeit im Jahr 1975 gekauft hatte. 1999 hatte Connery sie nach Angaben der Zeitung "El Mundo" mit großem Gewinn verkauft. Auf dem Grundstück wurde ein vierstöckiges Haus mit Luxuswohnungen errichtet. Die Baugenehmigung wurde zu einer Zeit erteilt, in der der berühmt-berüchtigte Baulöwe Jesús Gil y Gil Bürgermeister von Marbella war.
Bei der Errichtung des neuen Gebäudes soll es nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Während der Amtszeit des 2004 gestorbenen Gil war der Badeort an der Costa del Sol ein Hort der Korruption.
Gegen Connery und dessen Frau ermittelt die Justiz unter anderem wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung, der Korruption und der Geldwäsche. In den Skandal sollen noch mehr als 20 weitere Verdächtige verwickelt sein, darunter auch mehrere Anwälte.
Die Polizei gab ihrer Aktion den süffisanten Namen "Operation Goldfinger" - unter Anspielung auf den Titel des James-Bond-Films aus dem Jahr 1964, in dem Connery die Hauptrolle spielte. Die Ermittler durchsuchten nach Angaben von "El Mundo" mehrere Kanzleien und stellte zahlreiche Unterlagen sicher.