Silvio Berlusconi: Cavaliere als Phantom
Berlusconi aus Klinik Lädierter Cavaliere
Mailand - Noch immer gezeichnet von der Gewaltattacke eines geistig verwirrten Angreifers, der ihm am Sonntag eine Miniatur des Mailänder Doms ins Gesicht geworfen und ihn schwer verletzt hatte, hat der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi am Donnerstag das Krankenhaus verlassen.
Der 73-Jährige winkte wartenden Reportern aus der schwarzen Limousine zu, mit der er in seine Privatvilla in Mailand gebracht wurde. Berlusconi hatte einen kleinen Verband auf der Nase und eine größere Kompresse auf der linken Wange. Ein Look, der ans "Phantom der Oper" erinnerte.
Berlusconi winkte schwach und blickte düster drein, als seine Wagenkolonne vom Krankenhaus davonfuhr. Mit der Hand drückte er etwas, das wie ein weißes Taschentuch oder ein Verband aussah, gegen sein Gesicht.
Zur Uno-Klimakonferenz nach Kopenhagen vermag der Regierungschef nicht zu reisen - er übertrug sein Stimmrecht nach Informationen von SPIEGEL ONLINE der deutschen Kanzlerin Angela Merkel.
An seiner Villa, die von der Polizei weiträumig abgeschirmt wurde, prangte ein Spruchband mit der Aufschrift "Willkommen zu Hause". Berlusconis Arzt Alberto Zangrillo sagte, der Regierungschef habe im Krankenhaus eine "ruhige" Nacht "ohne Schmerzen" verbracht.
Berlusconi hatte bei der Attacke einen Nasenbeinbruch erlitten, außerdem wurde ihm die Oberlippe aufgeschlagen und zwei Zähne brachen ab. Der sofort festgenommene 42-jährige Täter Massimo T. entschuldigte sich mittlerweile bei Berlusconi. Dem Antrag seiner Verteidiger, ihn in eine psychiatrische Klinik zu verlegen, wurde am Mittwoch nicht entsprochen. T. blieb weiter in Haft.