Berlusconis Entschuldigungsbrief: "Ich flehe dich an, vergib mir" - DER SPIEGEL
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Berlusconis Entschuldigungsbrief "Ich flehe dich an, vergib mir"

Veronica Lario hat innerhalb weniger Stunden bekommen, was sie wollte: Ihr Mann, Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi, hat sich öffentlich bei ihr für Avancen gegenüber anderen Frauen entschuldigt. In einem Brief rechtfertigte er sich. Doch ein paar Worte fehlen.
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Rom - "Ich flehe dich an, vergib mir", hieß es in der heute von Berlusconi verbreiteten Entschuldigung an seine Frau Veronica Lario. Er wolle auf diese Weise öffentlich zeigen, dass sein Stolz ihrem Zorn in einem "Akt der Liebe" nachgebe.

Lario hatte heute in einem öffentlichen Brief von ihrem Ehemann eine öffentliche Entschuldigung gefordert: Der Aufruf war ausgerechnet in der Berlusconi-kritischen Zeitung "La Repubblica" erschienen - auf der Titelseite.

Ihr Mann habe vergangene Woche bei der Verleihung eines Fernsehpreises einigen Frauen gesagt, er würde sie sofort heiraten, wenn er nicht schon verheiratet wäre, schrieb die 50-Jährige, die mit dem 70-jährigen Politiker und Medienmogul drei gemeinsame Kinder hat. Ihr Mann habe den Damen außerdem versprochen, er würde "überall mit ihnen hingehen". Diese Äußerungen hätten ihre "Würde als Frau" verletzt und könnten nicht auf einfache Witze reduziert werden.

Berlusconi hatte in der Vergangenheit wiederholt geprahlt, welch großen Erfolg er in seiner Jugend bei den Frauen gehabt habe. Was er heute als Galanterie betrachtet, finden aber offenbar nicht alle Frauen amüsant, Veronica Lario erst recht nicht.

"Glaube mir, ich habe nie einer anderen einen Heiratsantrag gemacht", schreibt Berlusconi nun zurück - und rechtfertigt sich: "Du weißt, dass meine Tage verrückt sind: Arbeit, Politik, Probleme, ständig auf Reise und immer unter dem prüfenden Blick der Öffentlichkeit - ein Leben unter ständigem Druck."

Erst kürzlich rühmte Berlusconi seine zweite Ehefrau über alle Maßen: "Veronica ist eine absolute Leidenschaft", sagte der frühere Regierungschef in einem Interview des italienischen Frauenmagazins "A". "Als wir uns kennen gelernt haben, verlor ich meinen Verstand", so Berlusconi. Seine Frau sei eine wundervolle Mutter, und sie habe ihn nie in eine peinliche Situation gebracht.

So überschwänglich säuselnd und verliebt klang Berlusconi in seinem heute veröffentlichten Schreiben hingegen nicht. Zwei Worte fehlten: "Ti amo."

fba/Reuters/AP

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