Moderatoren vs Cara Delevingne: "Mach mal ein Nickerchen"
Interview mit Cara Delevingne Fremdschämen zum Frühstück
Für Cara Delevingne läuft es gerade, aber so richtig. Die Lagerfeld-Muse gehört zu den gefragtesten Models der Welt. Aktuell ist sie auf dem Cover der US-"Vogue" zu sehen . Parallel ist ihr erster Kinofilm angelaufen, in dem sie eine Hauptrolle übernommen hat. In "Margos Spuren", eine Bestseller-Verfilmung von Jugendbuch-Autor John Green, spielt sie eine Schülerin, die ihrem Nachbarn den Kopf verdreht. Die Kritiken sind wohlwollend bis hervorragend. Sie hat gute Chancen, Hollywoods nächster Shootingstar zu werden.
Zum Aufstieg ins Filmgeschäft gehören aber auch: Werbetermine, Werbetermine, Werbetermine. Seit Anfang des Monates reist Delevingne mit ihren Co-Stars von Premiere zu Premiere und gibt Interviews. Auch vom Team der TV-Sendung "Good Day Sacramento" ließ sich die Jungschauspielerin befragen. Und das Gespräch war nicht gerade die Sternstunde des Senders.
Die Moderatorin kündigte die kurze Liveschalte zu der 22-Jährigen zwar hysterisch an, stellte Delevingne allerdings als "Carla" vor. So weit, so verzeihbar. Die Dame stellte die erste, unschuldige Frage ("Hast du das Buch gelesen, oder bist du dazu zu beschäftigt?") begleitet von einer Menge falschem Gelächter über diesen doch eher bescheidenen Witz.
Diese Frage fand wohl auch Delevingne etwas affig, und antwortete, sie habe weder das Buch noch Script gelesen, sie habe einfach improvisiert. "Nein, natürlich hab ich seine Bücher gelesen", klärte sie schließlich ihren Witz auf. "John Green ist ein fabelhafter Autor."
Weiter ging es mit einer Frage, die so unverständlich wie uninteressant war. Ob der viele Stress ihr helfe, sich zu konzentrieren. Delevingne runzelte die Stirn, ihr Markenzeichen, die Augenbrauen, zogen sich eng zusammen. "Nein, ich weiß nicht, wo das jetzt herkommt."
Nächste Frage. Ob sie ihren Charakter Margo möge. Mit ein bisschen Vorbereitung hätte der Moderator wissen können, dass die Schülerin in Buch und Film melodramatisch-unsympathisch daherkommt. So antwortet Delevingne auch: "Nein, ich habe sie gehasst." Erneut schwenkt sie um und liefert ein werbetaugliches Sprüchlein für den Film ab.
Doch die Moderatoren bei "Good Day Sacramento" schienen mit so viel britischer Selbstironie nicht umgehen zu können. Ein dritter schaltete sich ein, fragte, ob Delevingne müde sei, und deswegen so unenthusiastisch wirke.
"Nein."
"Aber du wirkst so gereizt, oder sehen nur wir das so?"
"Das seht nur ihr so."
Die Moderatoren zogen nervös Konsequenzen. "Dann lassen wir dich mal gehen, wie wär's mit einem Nickerchen oder einem Red Bull?" Nun war Delevingne tatsächlich irritiert. "Ein Nickerchen?" Sie versuchte noch etwas zu sagen, doch es ging im Gegacker der Moderatoren unter. Bevor die Schalte endete, sah man nur noch das genervte Gesicht von Delevingne.
Als der Sender die Schauspielerin endlich aus der Leitung geschmissen hatte (und sie sich nicht mehr wehren konnte), setzte das Moderatoren-Trio noch einen drauf: "Die hatte ja schlechte Laune", war die einhellige Meinung. Kurz wurde Delevingnes angeblich schlechtes Benehmen analysiert, dann fasste ein Moderator zusammen: "Trotzdem: Nur weil sie jetzt in sechs Wochen fünf Millionen Dollar verdient hat, kann sie mit ein bisschen 'Oomph' mit 'Good Day Sacramento' sprechen."