Charles' Kummer: Der missverstandene Prinz - DER SPIEGEL
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Charles' Kummer Der missverstandene Prinz

Großbritanniens Thronfolger Charles bedauert, dass ihn seiner Ansicht nach niemand wirklich ernst nimmt. Jetzt hofft der Prinz, dass man sein Engagement fürs Königreich wenigstens nach seinem Tod anerkennen werde.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York - Es sei gar nicht so einfach, ernst genommen zu werden, sagte Charles dem amerikanischen Fernsehsender CBS vor Beginn seiner USA-Reise in Begleitung seiner Frau Camilla. "Es ist sehr einfach, alles was ich sage, als unwesentlich abzutun." Dabei sei es doch seine Pflicht, sich um das Land und seine Bewohner zu sorgen.

"Ich bin nun mal in diese besondere Position hineingeboren worden", sagte Charles. "Ich bin entschlossen, das Beste daraus zu machen." Dazu gehöre auch das Engagement für benachteiligte junge Menschen oder den Umweltschutz. "Ich hoffe nur, dass man das ein kleines bisschen mehr schätzt, wenn ich tot und verschwunden bin", sagte Charles.

In einem Interview mit der BBC warnte er denn auch sogleich vor den Folgen der globalen Erderwärmung. "Die Klimaveränderung ist für die Menschheit die größte Herausforderung unserer Zeit, und wir sollten mit dem Thema dementsprechend umgehen." Der Prinz will dieses Anliegen mit ins Zentrum seiner USA-Reise stellen. Die Vereinigten Staaten sind nach der Meinung vieler Umweltschützer für den Treibhauseffekt maßgeblich mitverantwortlich. Prinz Charles engagiert sich seit fast 20 Jahren für Umweltschutz und ökologischen Landbau.

Das CBS-Interview soll am Sonntagabend ausgestrahlt werden, wenn der Prinz von Wales mit seiner Frau Camilla zum ersten Staatsbesuch seit ihrer Hochzeit in den USA eintrifft. Es ist das erste Interview, das der britische Thronfolger seit rund zehn Jahren einem US-Sender gab. Offenbar wollte er damit Camilla die Ankunft in einem Land ebnen. Die USA sind bisher nach Einschätzung britischer Medien "Dianas Gebiet", da die 1997 gestorbene erste Frau des Prinzen in Amerika sehr beliebt war. Charles und Diana waren 1996 geschieden worden. Berichten zufolge hat Prinz Charles darauf bestanden, dass seine Ex-Frau in dem Interview nicht erwähnt wird.

Diana war zuletzt 1985 mit Prinz Charles auf offizieller US-Tour gewesen. Noch heute erinnern britische Medien daran, dass sie damals bei einem Dinner des US-Präsidenten mit Filmstar John Travolta tanzte. Charles alleine war zuletzt 1994 offiziell auf US-Besuch.

Die achttägige Reise wird Charles und Camilla nach New York, Washington und San Francisco führen. Die US-Reise ist in erster Linie als Tourismus- und Wirtschaftswerbung für Großbritannien gedacht. Unter anderem ist aber auch ein Treffen mit Uno-Generalsekretär Kofi Annan und ein Dinner im Weißen Haus geplant. In New York wollen Charles und Camilla ein neues Mahnmal für die britischen Opfer der Terroranschläge vom 11. September einweihen. Am Ende der Reise will Prinz Charles in San Francisco mit Obdachlosen zusammenkommen.

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