Gestorben Charles Munger, 99
Ende der Fünfzigerjahre traf der junge Jurist einen gewissen Warren Buffett zum Mittagessen. Der überredete ihn, den Anwaltsjob aufzugeben: »Jura ist ein schönes Hobby«, sagte er zu Charles Munger, »aber ein lausiges Geschäftsmodell.« Dieses Mittagessen war der Beginn einer langen, milliardenschweren Männerfreundschaft. Buffett, Chef des Konglomerats Berkshire Hathaway, ist heute laut »Forbes« der fünftreichste Mann der Welt. Munger, ebenfalls Milliardär, war seit 1978 sein stellvertretender Verwaltungsratschef und engster Vertrauter. Munger gilt als das Mastermind hinter der Investmentfirma. Er suchte von Anfang an keine billigen Firmen, die kurz vor der Pleite standen, wie Buffett es in seinen Anfängen noch tat, sondern robuste Qualitätsunternehmen. Um sie aufzuspüren, betrieb er aufwendige Analysen, wälzte Geschäftsberichte, las Bücher. Die Firma sei nach Mungers Blaupause entstanden, sagte Buffett später, er unterschreibe nur Verträge. »Wir haben heute unseren eigenen König Charles hier«, scherzte Buffett noch im Mai über Munger, als am Tag ihres Aktionärstreffens der britische Monarch gekrönt wurde. Charles Munger starb am 28. November in Santa Barbara, Kalifornien.