Christina Applegate durchlebte nach MS-Diagnose »echt ätzende Depression« - DER SPIEGEL
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Nach MS-Diagnose Christina Applegate durchlebte »echt ätzende Depression«

Sie ist noch immer »wütend über diese Krankheit«: Mit ehrlichen, ungeschönten Worten spricht die Schauspielerin Christina Applegate über ihren Alltag mit Multipler Sklerose und verrät ihre größte Angst.
Christina Applegate bei den Screen Actors Guild Awards 2020: »Ich genieße die Dinge nicht mehr«
Christina Applegate bei den Screen Actors Guild Awards 2020: »Ich genieße die Dinge nicht mehr«

Christina Applegate bei den Screen Actors Guild Awards 2020: »Ich genieße die Dinge nicht mehr«

Foto: OConnor-Arroyo / imago images / Runway Manhattan

»Das ist ganz ehrlich«: Die an Multipler Sklerose erkrankte Schauspielerin Christina Applegate hat in ihrem Podcast einen ungeschönten Einblick in ihr Leben mit der Krankheit gegeben. »Ich genieße das Leben nicht. Ich genieße es nicht. Ich genieße die Dinge nicht mehr«, so Applegate.

Ihre Schauspielkollegin Jamie-Lynn Sigler, die ebenfalls an MS erkrankt ist und gemeinsam mit Applegate den Podcast »MeSsy«  betreibt, zeigte umgehend Verständnis für die Gefühle der 52-Jährigen: »Es ist so hart, in einem behinderten Körper zu leben. Es ist so hart.«

Was es jedoch noch schwerer mache, sei der Vergleich damit, wie es früher gewesen sei. »Ich mache das ständig. Aber in den Momenten, wo ich ein wenig mehr Akzeptanz habe, fällt etwas von dem Extraleid von mir ab«, sagte Sigler.

»Ich bin gefangen in dieser Dunkelheit.«

Christina Applegate

Sigler ermutigte ihre Freundin das Leben nicht aufzugeben: »Ich sitze dir hier gegenüber und du bringst mich immer noch zum Lachen wie keine andere. Du bringst mich zum Lächeln, du gibts mir das Gefühl, geliebt zu werden, ich genieße es, mich mit dir zu unterhalten.« Sie könne Applegate nicht aufgeben lassen, so Sigler.

Sie habe das Gefühl, gerade eine »echt ätzende Depression« zu durchleben, so Applegate. »Es macht mir ein wenig Angst, weil es sich wirklich schicksalshaft anfühlt, es fühlt sich wirklich wie das Ende an.« Damit wolle sie nicht sagen, dass es tatsächlich ihr Ende sei. Sie fühle sich momentan jedoch gefangen. »Ich bin gefangen in dieser Dunkelheit.«

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Um an ihrer mentalen Gesundheit zu arbeiten, habe Applegate einen Termin mit ihrem Therapeuten ausgemacht. »Das war eine große Sache für mich.« Sie habe nach ihrer MS-Diagnose stets eine Therapie vermieden, weil sie »Angst hatte, anzufangen zu weinen und nicht wieder damit aufhören zu können«.

Ihre Art, mit der Situation umzugehen, besteht normalerweise darin, sich über sich selbst lustig zu machen, so Applegate weiter. »Das Erste, was mir auf der Zunge lag, war Selbstironie.« So könne sie auch den Menschen um sich herum »ein besseres Gefühl geben«.

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Auf X postete Applegate einen Ausschnitt aus dem Podcast, der im vergangenen Jahr aufgenommen worden sei. »Ich fühlte mich niedergeschlagen und verwirrt und wütend über diese Krankheit. Ich bin sicher, dass wir alle diese Momente im Leben hatten«, schreibt die Schauspielerin zu dem Post. Die Dinge, die sie und Sigler in dem Podcast besprächen, seien »immer eine ehrliche Sicht darauf, wie wir uns in einem kurzen Moment fühlen. Nicht die Wirklichkeit«, stellt Applegate klar.

Die unheilbare Autoimmunerkrankung MS wurde bei Applegate im Jahr 2021 diagnostiziert, nachdem sie während der Dreharbeiten zur letzten Staffel der Netflix-Serie »Dead to Me« nicht mehr allein laufen konnte.

Die Schauspielerin wurde in der Vergangenheit öfter für ihren offenen Umgang mit der Krankheit gelobt. Auf roten Teppichen erschien sie etwa mit ihrem Gehstock.

eru