Damenmode beim Pferderennen in Aintree - DER SPIEGEL
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Mode-Ausfälle in Aintree: Mehr ist definitv mehr

Foto: Christopher Furlong/ Getty Images

Pferderennen in Aintree Hohe Hacke kommt vor dem Fall

Beim Pferderennen im britischen Aintree sinkt das Niveau, beschweren sich die Benimm-Päpste im Königreich. Weibliche Gäste fallen oft durch zu kurze Kleidchen und eher undamenhaftes Verhalten auf. Eine Prinzessin ließ sich davon nicht abschrecken.
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Aintree - Viel Bier, viel Action, viele Wetten und kein Dresscode: Das Pferderennen in Aintree nahe Liverpool ist eine Veranstaltung für sich. 150.000 Besucher in drei Tagen - neben dem sportlichen Teil des Events interessiert die Gäste vor allem: eine gute Party.

Das "Grand National"-Rennen am Samstag ist bekannt für seine Härte. Pferd und Jockey müssen 30 Hindernisse auf einer 6400-Meter-Strecke überwinden. 21 Tiere sind seit 2001 beim Rennen gestorben. Gleichzeitig geht es um viel Geld: Der Gewinner bekommt eine Million Pfund - rund 1,2 Millionen Euro. Und auch für die Buchmacher ist die Veranstaltung ein Fest. Allein das Finale am Samstag verfolgen 600 Millionen Menschen weltweit am Fernseher. Die "Bookies" gehen davon aus, dass allein an dem Tag im Königreich 350 Millionen Pfund gesetzt werden.

Unter den Gästen sind aber nicht nur Pferde- und Feierfreunde, sondern auch Tausende weibliche Gäste, deren Augenmerk eher auf Selbstdarstellung als auf dem Reitsport zu liegen scheint. Vor allem am Lady's Day wird das Gelände von Frauen in sehr kurzen, sehr engen Kleidern dominiert.

Die "Daily Mail" beschreibt  die vorherrschende Mode noch ungewohnt diplomatisch: Während das Rennen in Cheltenham bekannt für Perlen und Pelz sei, werde in Ascot viel Wert auf Hüte gelegt. Aintree sei das Synonym für modebewusste Mädchen, die in den höchsten Highheels, die sie finden können, Spaß haben. Statt Strumpfhosen und eleganter Mäntel zeigten sie Gänsehaut-Beine und Knallfarben. "Mehr ist definitiv mehr", schreibt das Blatt mit Blick auf dicke Make-up-Schichten, falsche Bräune und übergroße Fönfrisuren.

"Nicht jeder hat den Reiter-Chic hinbekommen", stichelt die "Mail" und kritisiert die Damen, die in ihren hohen Schuhen dilettierten. Einige Damen hätten offensichtlich zu viel Champagner getrunken, was angesichts der Bilder entrückter, umhertaumelnder Gäste eine Untertreibung ist.

Offenbar hat der laxe Dresscode in Kombination mit Pöbeleien einige Besucherinnen abgeschreckt. Der "Telegraph" berichtet , dass immer weniger Tickets an Frauen verkauft werden - weil die Kleiderordnung einen Stil erlaube, bei dem viel Fleisch und Haut gezeigt werden dürfe. Ein Experte bescheinigt dem Blatt: In den vergangenen fünf Jahren sei es mit dem Event mode- und stiltechnisch bergab gegangen.

Prinzessin Anne, Tochter von Queen Elizabeth, ließ sich von leichtbekleideten, Polyester tragenden Damen nicht abschrecken. Sie erschien zugeknöpft in einem lila Mantel und besuchte die Reitställe.

gam/AP