Daniel Brühl: "Laberheini" und Langeweiler
Daniel Brühl "Dann habe ich ihm eine gelangt"
Osnabrück - Schauspieler Daniel Brühl wirbt für seinen neuen Film "Der ganz große Traum", in dem er einen Lehrer spielt. Logisch, dass dafür ein paar Anekdoten aus der Schulzeit herhalten müssen - und die des 33-Jährigen sind sogar unterhaltsam: Demnach wurde Brühl als Jugendlicher gegen einen seiner Lehrer handgreiflich.
"Mein Mathelehrer hatte die Angewohnheit, mir immer scherzeshalber einen leichten Klaps auf den Hinterkopf zu geben, wenn er hinter mir stand. Er meinte: Leichte Schläge auf den Hinterkopf erhöhen das Denkvermögen. Ein selten dämlicher Spruch", sagte Brühl der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Eines Tages habe es ihm gereicht: "Ich stand bei der Stillarbeit auf und ging nach vorne. Der Lehrer dachte, ich wolle ihn etwas fragen. Dann habe ich ihm eine gelangt - leider etwas zu fest auf seinen fleischigen Nacken. Da war es natürlich aus. Ich musste nicht nur vor die Tür, sondern auch noch eine ganze Stunde lang die dämliche Türklinke von außen herunterdrücken."
Schon als Schüler ein Frauenschwarm
Ansonsten sei er in der Schule aber "eher der Laberheini" gewesen, so Brühl. Er sei zwar nicht der Klassenkasper gewesen, "aber ich war durchaus mit einer gesunden Portion Humor bei der Sache. Ich hatte den Drang, im Mittelpunkt zu stehen und alle zum Lachen zu bringen. Ich hatte ein Talent, die Lehrer mit feiner Ironie auf den Arm zu nehmen, ohne dass sie es merkten."
Bei den Mädchen sei er schon in der Unterstufe gut angekommen, berichtete Brühl weiter: "In der Mittelstufe hatte ich dann eher so eine Langweiler-Phase. Mit 16, 17 klappte es wieder ganz gut, als ich in einer Schulband spielte. Da kam ich mir selbst supercool vor. Und ich habe es durchaus geschafft, die Mädels zu beeindrucken."
Er hat Respekt vor Till Schweiger
Als Kind, so Brühl weiter, habe er sich für seinen deutsch-spanischen Wurzeln "ein bisschen" geschämt: "In der Grundschule war mir das unangenehm. Da wollte ich den spanischen Teil von mir ausblenden, genauso wie ich in Spanien, wenn wir im Sommer zu Besuch dort waren, immer den deutschen Part ausblenden wollte." Erst als Jugendlicher habe er erkannt, "dass die Zweisprachigkeit eine Bereicherung ist".
Kritik übte Brühl am deutschen Kino: "Mir fehlen mehr Filme, die es schaffen, ein großes Publikum zu erreichen. Aber nicht um jeden Preis, sondern Filme, die trotzdem qualitativ anspruchsvoll sind und eine internationale Relevanz haben. Deswegen sticht für mich so ein Film wie 'Das weiße Band' so dermaßen heraus, auch wenn er sehr sperrig und extrem ist." Zwar habe er Respekt vor Til Schweiger, aber: "Ich hoffe nicht, dass jetzt 'Hühnchen mit Wein' und 'Keinohrhasen' zum Maßstab werden. Da muss einfach mehr Gegengewicht vorhanden sein."