Diego Maradona Liebesopfer für Julia Roberts
Cannes - Es ist mehr als Schwärmerei: "Ich würde alles tun, um sie hier zu sehen und hinter ihr herlaufen zu können", sagte Diego Maradona kurz vor der Premiere des Films "Maradona by Kusturica" bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes. "Ich würde mir sogar die Hand abhacken lassen, mit der ich das Tor gegen England geschossen habe."
Der Film des zweifachen Palmengewinners Emir Kusturica über das Leben des argentinischen Fußballstars läuft in Cannes im offiziellen Wettbewerb außer Konkurrenz. Maradona hatte beim Viertelfinale der Fußballweltmeisterschaft 1986 mit seiner sogenannten "Hand Gottes" den Ball ins Tor befördert und gilt seither als "Fußballgott". Das Tor wurde anerkannt, Argentinien gewann das Spiel und wurde wenig später Weltmeister.
"Ich habe in meinem Leben schon viele, viele Frauen geküsst: meine Mama, meine fünf Schwestern und meine zwei Töchter", scherzte der 47-Jährige auf die Frage nach seinem Erfolg beim weiblichen Geschlecht. "Da waren viele Frauen - auch meine Großmutter."
Außerdem heizte er den Dauerstreit mit Brasiliens Kickerstar Pelé bei seinem Auftritt in Cannes neu an: Pelé solle aufhören, ihn zu kritisieren, sagte er. "Auch er hat eine dunkle Seite", sagte Maradona über Pelé. Er kenne "eine Menge Geschichten" über den dreifachen Fußballweltmeister aus Brasilien. "Er sollte lieber still sein."
Pelé hatte laut einem brasilianischen Pressebericht im April verlangt, Maradona sollten die Titel aberkannt werden, weil er 1994 des Dopings überführt worden sei.
Maradona sagte, nach seiner Kokainsucht und seinen Alkoholexzessen führe er nun ein ruhiges Leben. "Ich habe alle diese schlechten Angewohnheiten verbannt", sagte der Fußballstar und TV-Moderator. "Ich lebe ein komplett anderes Leben - ich lebe nicht mehr auf der Überholspur, sondern gehe es alles etwas langsamer an."
Er sei froh, die Drogensucht überwunden zu haben. "Es ist gut, dass ich überlebt habe, denn so kann ich weiter mit meinen Töchtern sprechen und heute hier sein."
jjc/dpa/AFP