"Eine schrecklich nette Familie": Al Bundy und der Sexismus - DER SPIEGEL
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TV-Klassiker: "Eine sehr frauenfeindliche Show"

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Peggy Bundys Sexismus-Vorwürfe Eine schrecklich schreckliche Familie

Die TV-Familie von Al Bundy kannte in den Neunzigern fast jeder aus dem Fernsehen, nun feiert die Serie Geburtstag - und Peggy-Darstellerin Katey Sagal rechnet ab: "Frauen wurden total ausgebeutet."
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Millionen TV-Zuschauer liebten ihn: diesen dümmlich auftretenden Schuhverkäufer aus Chicago, in dessen Leben so ziemlich alles schieflief, was schieflaufen konnte. Offenbar fanden es viele witzig, wie dieser unbeholfene Depp sich mit seiner polygamen Tochter und dem peinlichen Sohn herumschlagen musste.

"Eine schrecklich nette Familie" war eine der erfolgreichsten Serien der Neunzigerjahre, aber wirklich witzig war es offenbar nicht für alle Beteiligten. Das hat nun jene Frau verraten, die damals eine wenig schmeichelhafte Rolle übernehmen durfte: Katey Sagal, besser bekannt unter dem Namen Peggy Bundy.

"Es war eine sehr frauenfeindliche Show", sagte Sagal nun dem US-Magazin "Build" . "Frauen wurden total ausgebeutet." Das sei nun mal ein Teil der Rolle von Al Bundy gewesen. "Er liebte heiße Mädchen und zeigte es ihnen andauernd."

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TV-Klassiker: "Eine sehr frauenfeindliche Show"

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Wirklich wohl fühlte Sagal sich demnach offenbar nicht dabei, den sexistischen Klamauk mit ihrer eigenen Rolle zu ermöglichen. Sie habe ihre persönliche Meinung hintenan gestellt: "Damals habe ich wirklich verstanden, dass mein Job als Schauspielerin darin besteht, das Material zu interpretieren." Demnach glaubte Sagal anfangs ohnehin nicht an den Erfolg der Serie: "Ich dachte, das wird sich eh keiner anschauen."

Dabei muss Sagal durchaus klar gewesen sein, dass die Serie und deren platte Gags umstritten waren. Immerhin musste sie nach eigenen Angaben selbst regelmäßig kritische Fragen beantworten: "'Denkst du wirklich so?", hätten manche sie etwa gefragt, oder: "Wie kannst du in so einer Show mitspielen?"

Sie habe auf solche Kommentare stets selbstbewusst reagiert: "Ich habe deutlich gesagt, dass ich gegen Zensur bin", sagte Sagal. Sie und ihre Kollegen seien damals gewissermaßen die schwarzen Schafe des Fernsehens gewesen. "Aber Peggy zu spielen hatte mit meinen Überzeugungen nichts zu tun. Das war mein Job."

"Eine schrecklich nette Familie"
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Dem geht übrigens nicht nur die einstige Peggy Bundy weiter nach: 30 Jahre nach dem Start von "Eine schrecklich nette Familie" sind auch die anderen Protagonisten der Serie, darunter Ed O'Neill, David Faustino und Christina Applegate, noch heute regelmäßig in Filmen zu sehen. Weit gebracht hat es auch Ex-Al-Bundy-Darsteller Ed O'Neill: Der inzwischen 70-Jährige spielt einen Patriarchen in der Mehrgenerationen-Sitcom "Modern Family".

mxw