Erbschaft Luciano Pavarottis Witwe bestreitet Schuldenberg
Rom - Mantovani verurteilte im staatlichen Fernsehen Berichte, nach denen ihr Mann einen Schuldenberg in Höhe von acht Millionen Euro hinterlassen habe. Es war das erste Mal seit dem Tod des Tenors am 6. September, dass seine Frau sich öffentlich äußerte. Sie habe sich nie vorstellen können, einmal so persönliche Dinge im Fernsehen zu diskutieren, erklärte Mantovani. Sie müsse das jedoch tun, um ihren verstorbenen Mann und die gemeinsame vier Jahre alte Tochter zu schützen, erklärte sie am Samstagabend
"Ich schulde das den beiden Menschen, die mir am nächsten stehen", sagte sie. "Wenn sie mich beleidigen, kann ich das ertragen, ich kann mich verteidigen. Aber Luciano kann das nicht und Alice ist ein vierjähriges Kind."
Pavarotti war im Alter von 71 Jahren in seiner Geburtsstadt Modena in Norditalien gestorben. Die italienische Zeitung "La Repubblica" hatte nach seinem Tod berichtet, statt des erwarteten Vermögens hätten die Erben Schulden in Höhe von 18 Millionen Euro vorgefunden.
Das Konto Pavarottis weise ein Defizit von elf Millionen Euro auf, so das Blatt. Dazu kämen nicht zurückgezahlte Darlehen in Höhe von insgesamt sieben Millionen Euro. Das Vermögen Pavarottis war von der italienischen Presse zuvor auf 30 bis 200 Millionen Euro geschätzt worden.
Sonderfonds für die kranke Ehefrau
Montovani hingegen sagte gestern, Pavarotti habe der Familie keine Schulden hinterlassen, sondern sich um alles gekümmert. "Er hinterließ genug für jeden", erklärte sie. Es gebe auch keinen Streit zwischen ihr und den erwachsenen Töchtern des Tenors aus seiner ersten Ehe. Sie wies auch Berichte zurück, nach denen die Ehe schon vor dem Tod Pavarottis nicht mehr funktioniert habe.
Die Witwe bestätigte dagegen Berichte, nach denen sie an Multipler Sklerose erkrankt sei. Sie habe in den vergangenen 13 Jahren nicht über diese Diagnose gesprochen, wolle aber keinesfalls den Eindruck erwecken, dass sie sich dafür schäme. Die Diagnose sei sechs Monate nach Beginn ihrer Beziehung mit Pavarotti gestellt worden. Sie habe ihm davon erzählt und er habe geantwortet: "Ich habe dich gestern Abend geliebt. Heute bete ich dich an."
Laut "La Repubblica" hatte Pavarotti nur wenige Tage vor seinem Tod einen Fonds zugunsten der 34 Jahre jüngeren Mantovani eingerichtet, der unter anderem seine Luxuswohnungen am New Yorker Central Park sowie mehrere Matisse-Gemälde mit einem geschätzten Gesamtwert von 15 Millionen Euro umfasst. Seine drei älteren Töchter aus erster Ehe erben dagegen nur eine Villa an der Adriaküste und ein Apartment in Monte-Carlo, das sie auch noch mit der Witwe teilen müssen.
hil/afp/AP