Erbstreit James Browns Kinder ziehen vor Gericht
New York/Hamburg - Ein Jahr nach dem Tod von James Brown geht der erbitterte Streit um sein Erbe in eine neue Runde. Fünf Kinder des Musikers haben sein Testament gerichtlich angefochten und wollen den letzten Willen ihres Vaters für ungültig erklären lassen. Das berichtete die Zeitung "Augusta Chronicle" am Wochenende.
Brown war am Weihnachtsmorgen 2006 im Alter von 73 Jahren nach einer verschleppten Lungenentzündung an Herzversagen gestorben. Sein Geld hatte der "Godfather of Soul" den beiden Stiftungen vermacht, die er zur Ausbildung bedürftiger Kinder und seiner Enkel gegründet hatte.
Seine fünf eigenen Kinder wollen nun erreichen, dass das Geld stattdessen so verteilt wird, als hätte es dieses Testament nie gegeben. In der bei einem Gericht in Aiken im US-Bundesstaat South Carolina eingereichten Klage machen sie geltend, ihr Vater sei von seinen drei langjährigen Beratern zur Abtretung des Geldes an die Stiftungen überredet worden. Die Berater wollten sich so selbst Zugriff auf das Erbe verschaffen.
Buddy Dallas, einer der Berater, wies die Vorwürfe als Schwindel zurück und sprach von einem "Akt der Verzweiflung": "Niemand hat James Brown gesagt, was er tun soll." Die Kinder verweisen dagegen auf zwei Testamentsentwürfe von 1993 und 1999, in denen die Stiftungen noch nicht bedacht waren.
Um Browns Testament hatte es von Anfang an ein erbittertes Tauziehen gegeben. Ein sechstes Kind kämpft unabhängig von den fünf Geschwistern um einen Anteil. Auch Browns letzte Lebensgefährtin Tomi Rae Hynie und der gemeinsame sechsjährige Sohn erheben Anspruch auf das Erbe. Zudem meldeten sich zwei uneheliche Töchter. Wie hoch das Vermögen des Musikers war, ist unklar. Ein früherer Steuerberater schätzte es mit den künftigen Tantiemen auf 85 Millionen Dollar (rund 57 Millionen Euro).
James Brown galt als einer der wichtigsten Musiker der vergangenen 50 Jahre. Er war Wegbereiter des Hip-Hop, Funk, Rap und Disco-Sounds. Zu seinen bekanntesten Songs gehören Millionenhits wie "Please, Please, Please", "Sex Machine" und "Papa's Got A Brand New Bag".
tdo/dpa