Fall Epstein: Prinz Andrew weiter unter Druck - DER SPIEGEL
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Fall Epstein Prinz Andrew weiter unter Druck

Ausflüchte und Gedächtnislücken - nach seinem fatalen TV-Interview berichten britische Medien nun, Prinz Andrew werde demnächst vom FBI vernommen. Eine offene Frage: Was regelte er 2010 wirklich mit Jeffrey Epstein in New York?
Prinz Andrew, Herzog von York
Prinz Andrew, Herzog von York

Prinz Andrew, Herzog von York

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Lillian SUWANRUMPHA/ AFP

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Nach seinem desaströsen TV-Interview ist Prinz Andrew weiter in der Bredouille: Das britische Boulevardblatt "The Sun" behauptet, er habe 2010 vier Tage mit dem zwei Jahre zuvor wegen Sexualdelikten verurteilten Jeffrey Epstein verbracht.

Ziel des Besuches sei es gewesen, sicherzustellen, dass der Unternehmer nicht über belastendes Material gegen das Mitglied des britischen Königshauses verfüge.

Das Blatt beruft sich auf eine Ex-Freundin des Herzogs. Prinz Andrew habe Epstein "in die Mangel genommen", als er ihn in seinem New Yorker Domizil besucht habe, soll die Frau erzählt haben. Es sei das Gerücht umgegangen, auf Partys seien in Schlafzimmern und Toiletten Kameras versteckt gewesen. Epstein habe die Frage damals "kategorisch" verneint.

"Wenn es anders gewesen wäre, hätte Andrew nicht gezögert, die Freundschaft am Telefon zu beenden. Er macht so etwas die ganze Zeit."

"Tendenz, zu ehrenwert zu sein"

Der Herzog von York hatte im Interview mit Emily Maitlis erklärt, er bereue die Freundschaft zu Epstein nicht, allerdings hätten die Folgen seine seelische Gesundheit angegriffen. Seine Fehleinschätzung der Verbindung sei wohl seiner "Tendenz, zu ehrenwert zu sein" geschuldet.

Nach einem Krisengespräch mit Queen Elizabeth II. war Prinz Andrew von allen öffentlichen Ämtern und Verpflichtungen zurückgetreten, um weiteren Schaden von der Monarchie abzuwenden. Außerdem musste er sein privates Büro im Buckingham Palast räumen. Das berichtete die britische Tageszeitung "The Guardian". Angeblich soll er auf Drängen der Familie zudem seiner Privatsekretärin Amanda Thirsk gekündigt haben. Thirsk gilt als die treibende Kraft hinter dem BBC-Interview.

Wird das FBI Prinz Andrew befragen?

Im August war der US-Finanzmakler Jeffrey Epstein tot im Untersuchungsgefängnis aufgefunden worden. Er und seine mutmaßliche Komplizin Ghislaine Maxwell, 57, sollen sich der Prostitution Minderjähriger, des Menschenhandels und sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht haben.

Ebenfalls der "Sun" zufolge soll Prince Andrew noch im Juni dieses Jahres eben diese Ghislaine Maxwell, 57, in den Buckingham Palace eingeladen haben. Er selbst hatte im BBC-Interview eingeräumt, zuletzt im Frühjahr Kontakt zu ihr gehabt haben.

Virginia Roberts, die von Epstein zur Prostitution gezwungen worden sein soll, behauptet, mehrmals zum Sex mit dem Royal genötigt worden zu sein. Andrew weist das vehement zurück

Virginia Roberts, die von Epstein zur Prostitution gezwungen worden sein soll, behauptet, mehrmals zum Sex mit dem Royal genötigt worden zu sein. Andrew weist das vehement zurück

Foto: Shutterstock

Der BBC zufolge will das FBI Prinz Andrew zu seinen Verbindungen mit Epstein befragen. In Kürze wird der britische Sender zudem ein Interview mit einem der mutmaßlichen Opfer senden. Virginia Giuffre, ehemals Roberts, hatte erklärt, sie sei 2001 von Epstein nach Großbritannien geflogen und dort gezwungen worden, mit Prinz Andrew Sex zu haben.

Der Fall hat internationale Dimensionen. Zwar hatte Andrew angekündigt, er werde "allen zuständigen Ermittlungsbehörden helfen" - falls erforderlich. Die Anwältin Lisa Bloom deutete aber bereits an, sie könne versuchen, eine Aussage Andrews zu erzwingen. Weigere er sich, könne dies die diplomatischen Beziehungen zwischen Großbritannien und den USA belasten, sagte sie der BBC und fügte hinzu: "Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt."

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ala/dpa/AFP