Fernsehen: BBC verwarnt Moderator wegen Lesben-Witz - DER SPIEGEL
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Fernsehen BBC verwarnt Moderator wegen Lesben-Witz

Graham Norton gehört zu den populärsten Moderatoren des britischen Fernsehens, der Ire gilt als witzig, schlagfertig und als exzellenter Entertainer. Jetzt ist der 46-Jährige, der offen schwul lebt, von seinem Arbeitgeber BBC verwarnt worden - weil er Witze über Lesben machte.
Graham Norton: "Potentiell anstößiges Klischee"
Graham Norton: "Potentiell anstößiges Klischee"

Graham Norton: "Potentiell anstößiges Klischee"

Foto: AP/ Karpel Group
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London - Zu den am häufigsten bemühten Klischees über Menschen aus Irland gehört, dass sie gern und viel reden. Graham Norton ist da keine Ausnahme. Der eloquente TV-Moderator der BBC führte im vergangenen März durch seine Show und kommentierte eine Zeichnung, welche die Erfindung eines Fallschirmspringeranzugs für Frauen illustrierte. Die Frau, die den Anzug trug, war von gedrungener Gestalt und hatte kurzgeschorenes Haar.

"Sieht wie 'ne merkwürdige Lesbe aus", kommentierte Norton. Als ihn einer seiner weiblichen Studiogäste fragte, wie "eine Lesbe" denn seiner Meinung nach aussähe, zeigte Norton auf die Zeichnung und sagte: "So." Es folgten weitere Bemerkungen darüber, wie Lesben in einem Fallschirmspringeranzug wohl die Toilette benutzen.

Nach einem Bericht der britischen "Daily Mail" reichte ein Zuschauer eine Beschwerde ein - die BBC prüfte den Fall und erteilte Norton nun eine offizielle Verwarnung. Norton habe einem "potentiell anstößigen Klischee" Vorschub geleistet. Die erste Bemerkung könne man noch als unverfänglich werten, dass er sie allerdings mehrfach wiederholt habe, sei nicht hinnehmbar. Künftig solle Norton derlei Äußerungen unbedingt unterlassen.

Die BBC-Website nahm die Witzeleien Nortons, der sich übrigens offen zu seiner Homosexualität bekennt, zum Anlass, mit Lesben über Vorurteile zu sprechen, die ihnen von Schwulen entgegengebracht werden.

"In der Szene hört man das öfter von jungen und alten Schwulen, dass sie Lesben nicht leiden können", sagte Journalistin Lucy Masoud, die eine Website für Lesben gestaltet. "Da ist ständig von Klischees die Rede, von Kampflesben und so weiter. Das ist natürlich Unsinn." Ursache sei wohl, dass Schwule als diskriminierte Minderheit ihrerseits den Drang verspürten, Lesben herabzusetzen.

"Wenn du innerhalb der Hackordnung ganz unten stehst, suchst du jemanden, der noch weiter unten steht als du."

Erst im vergangenen Jahr hatten zwei BBC-Moderatoren für einen Skandal gesorgt, als sie Sexwitze in einer Radioshow machten.

pad

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