Geschmacklos-TV Raab vergleicht RTL mit der RAF
Köln - Raab bemüht sich seit Tagen, den noch beim Konkurrenzsender RTL unter Vertrag stehenden Nachwuchssänger Max Buskohl in seine Show zu bekommen. RTL, aus dessen Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar" Buskohl Anfang der Woche ausschied, ist bislang nicht bereit, dies zu genehmigen.
Gestern Abend ließ Raab in seiner Show "tv total" ein Foto einblenden, das den Bildern nachempfunden war, mit denen die RAF nach der Entführung des damaligen Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer 1977 versucht hatte, die in Stammheim inhaftierten Terroristen Baader, Raspe und Ensslin freizupressen.
Der Schriftzug "RAF" war auf dem "tv total"-Plakat durch das Logo des Kölner Senders ersetzt. Darunter prangte der Spruch "Seit 196 Tagen Gefangener von R.T.L.".
In der Show sagte Raab, dieses "erschreckende" Bild sei ihm von RTL zugespielt worden. Sein Publikum skandierte "Freiheit für Max Buskohl" und schwenkte Schilder ("Stell Dir vor, es ist DSDS und keiner ruft an", "Max hui - RTL pfui").
In einer Stellungnahme verteidigte Raab die RAF-Grafik: Er habe nicht die RAF-Opfer diffamiert, er kritisiere die Knebelverträge von RTL, sagte der Moderator. Er könne sich nicht vorstellen, dass jemand, der die Sendung gesehen habe, das anders interpretiere: "Jede andere Unterstellung ist absurd."
Für die "DSDS"-Show am Samstagabend kündigte Raab in "tv total" eine "Riesenaktion" an: "Wir haben fast alle Tickets." Er sei zuversichtlich, dass sich RTL durch eine "friedliche Demonstration" erweichen lasse.
Eine RTL-Sprecherin betrachtete die Ankündigung als Scherz. Zum RAF-Vergleich sagte sie: "Wir bleiben da gelassen."
RTL bedanke sich bei Raab für die "DSDS"-Werbeaktion und beglückwünsche ihn im Gegenzug dazu, seine Quoten dank "DSDS" verbessert zu haben.
pad/ddp