London: Klassentreffen der Potter-Stars
Harry-Potter-Lebewohl Aus der Zauber
London - Es fühlte sich an wie das Ende einer ganz langen Klassenfahrt. Alle hatten sich lieb, jeder war wehmütig, und jeder beeilte sich zu versichern, dass er die anderen ganz schrecklich vermissen werde: Bei der Abschieds-Pressekonferenz der Darsteller aus dem letzten Film der Saga, " Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" (Teil 2) wurden selbst Hollywoodstars sentimental.
Das ist aber auch verständlich. Harry-Darsteller Daniel Radcliffe, Emma Watson, die Hermine Granger spielt, und Rupert Grint, im Film Harrys bester Freund Ron Weasley, haben mit ihren Kollegen ein Jahrzehnt quasi gemeinsam am Set verbracht.
Watson, die mit einem sehr kurzen Rock und hochhackigen Schuhen die Blicke auf sich zog, sagte, es sei schwierig zu begreifen, dass sie nie wieder Hermine spielen werde. Sie werde die kluge, mutige Hexe vermissen - Hermine sei nicht nur eine Rolle, sondern auch ein Vorbild gewesen. "Ich sehe sie als Schwester", sagte Watson, "sie fühlt sich für mich so echt an." Selbstverständlich werde sie die anderen Schauspieler vermissen - aber eben auch, Hermine zu sein.
Radcliffe - per Videokonferenz aus New York zugeschaltet, wo er eine Rolle am Broadway hat - sagte, er werde die Schauspieler, die anderen Leute am Set vermissen - und die Stunts. "Ich habe nicht wirklich den Körper und die Statur eines Actionhelden", sagte er. Es sei ein Geschenk gewesen, die Actionszenen drehen zu können. "Aus dem Wasser zu fliegen, umgeben von einem Ring aus Feuer: Das werde ich nie wieder tun."
Grint sagte, nach dem Ende der Dreharbeiten habe er sich ein wenig verloren gefühlt und nicht recht gewusst, was er mit sich anfangen solle. "Es war so ein konstanter Teil meines Lebens." Ähnlich erging es Evanna Lynch, die Luna Lovegood spielt. Sie habe keine Ahnung, was sie nun tun solle. "Ich war von diesen Büchern besessen, seit ich acht war." Angeblich sei ein Harry-Potter-Erlebnispark bei den Leavesden Filmstudios in England in Planung. "Ich stehe als Führerin zur Verfügung."
Robbie Coltrane, der im Film den riesenhaften, aber gutmütigen Hagrid spielt, hatte den wohl besten Grund, melancholisch zu werden. Der schottische Schauspieler sagte, in den Filmen der Potter-Saga habe er zum ersten Mal in seiner gesamten Karriere "einen durch und durch guten Mann" gespielt.