Indien: Polizeichef schläft während Rede des Premierministers ein - DER SPIEGEL
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Indien Polizeichef blamiert sich mit Schläfchen vor TV-Kameras

Verbrechensbekämpfung kann anstrengend sein. Also gönnte sich Indiens oberster Polizeichef ein Nickerchen - dummerweise im falschen Moment und vor laufenden Fernsehkameras. Er ist ein Wiederholungstäter.
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Indiens oberster Gesetzeshüter Ranjit Sinha hat sich mal wieder blamiert. Während einer Rede des indischen Premierministers Narendra Modi am Samstag schlief er ein, und mehrere TV-Sender filmten das Nickerchen. Während Modi auf der Bühne vor führenden Polizeivertretern des Landes im nordostindischen Bundesstaat Assam von der Notwendigkeit einer "wachsamen, stets ansprechbaren und verantwortungsbewussten Polizei" spricht, saß Sinha dösend im Publikum.

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Auch die Rede des Innenministers zur Bedrohung durch Extremisten verfolgte Sinha am Samstag weitgehend mit geschlossenen Augen, wie die Übertragung des Senders NDTV zeigt. Es war nicht das erste Mal, dass er bei wichtigen Treffen wegnickte - schon im Dezember 2013 erschienen Aufnahmen, die den 61-Jährigen schlummernd bei einem wichtigen Treffen von ranghohen Polizisten in Neu-Delhi zeigen.

Peinlichkeiten auch in wachem Zustand

Damals musste er sich offenbar von einem Skandal erholen, den er kurz vorher durch einen wirren Vergleich ausgelöst hatte: Auf einer Veranstaltung zu Sport und Ethik, die ebenfalls in Neu-Delhi stattfand, sagte er: "Wenn man das Verbot von Wetten nicht durchsetzen kann, ist es, als ob man sagt, wenn man eine Vergewaltigung nicht verhindern kann, sollte man sie genießen." Mehrere Politiker und Frauenaktivistinnen forderten anschließend seinen Rücktritt.

Nach der jüngsten Peinlichkeit Sinhas am Samstag wollte eine Sprecherin der Bundespolizei die Ausfälle ihres Chefs nicht kommentieren. Sie wies lediglich darauf hin, dass er an keiner Krankheit leide, die ihn immer wieder einnicken lasse.

Bald hat Sinha genug Zeit, sich mal richtig auszuschlafen: Er steht kurz vor seiner Pensionierung. Nachdem ihm der Oberste Gerichtshof von Ermittlungen zu einem Korruptionsskandal abgezogen hatte, konnte er es ohnehin etwas ruhiger angehen lassen. Die Richter waren der Ansicht, Sinha pflege allzu engen Umgang mit den Verdächtigen.

cst/AFP