Japan: Kleiner Prinz heißt Hisahito - DER SPIEGEL
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Japan Kleiner Prinz heißt Hisahito

Sieben Tage ist er schon auf der Welt. Doch erst jetzt erhielt Japans kleiner Thronfolger in einer feierlichen Zeremonie seinen Namen. Tugendhaft, besonnen und beständig soll er demzufolge sein Leben führen.
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Tokio - Seit Juli hatte sich der Vater des kleinen Prinzen mit Sprachwissenschaftlern beraten. Nach Rücksprache mit den Großeltern, dem Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko, entschieden sich Prinz Akishino und seine Frau Kiko am Montag schließlich für den Namen Hisahito. Dieser besteht aus zwei chinesischen Schriftzeichen, von denen das erste "ein langes Leben in Gelassenheit leben" und das zweite "rechtschaffen" bedeutet.

In einer feierlichen Zeremonie in einem Tokioter Krankenhaus schrieb Prinz Akishino den Namen mit einem Pinsel auf ein Stück handgewebtes Papier. Prinzessin Kiko malte einen Pinienbaum dazu. Dieses Symbol wird Hisahito sein Leben lang begleiten und sowohl sein Briefpapier als auch sein Geschirr zieren.

Dem kleinen Prinzen gehe es sehr gut, er trinke eifrig die Milch seiner Mutter, hieß es. Es wird erwartet, dass beide in ein paar Tagen nach Hause können.

Hisahito kam vor einer Woche als drittes Kind der 39 Jahre alten Kiko und ihres 40-jährigen Mannes per Kaiserschnitt zur Welt. Er ist der erste männliche Nachkomme in der japanischen Kaiserfamilie seit mehr als 40 Jahren. In der Thronfolge steht Hisahito hinter Kronprinz Naruhito und seinem Vater Akishino an dritter Stelle.

Nach dem japanischen Thronfolgegesetz von 1947 dürfen nur Männer den Chrysanthementhron besteigen. Pläne zur Reform der Thronfolge zu Gunsten von Aiko, Tochter des Kronprinzen Naruhito und seiner Frau Masako, waren schon nach Bekanntwerden von Kikos Schwangerschaft im Februar gestoppt worden.

Ein Palastsprecher wies jetzt aber darauf hin, dass mit der Geburt des männlichen Erbens das strukturelle Problem der kaiserlichen Nachfolge keineswegs gelöst sei. Wenn in der Zukunft in der kaiserlichen Familie keine Söhne geboren würden, bestünde weiterhin die Gefahr, dass die Jahrtausende alte Dynastie aussterbe. Laut Meinungsumfragen würden die meisten Japaner eine Frau auf dem Thron unterstützen.

han/AP/dpa/reuters