Jay-Z: Rapper wegen "Big Pimpin" vor Gericht - DER SPIEGEL
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Jay-Z und Timbaland: Auftritt vor Gericht

Foto: Mario Anzuoni / REUTERS

Jay-Z und sein Song "Big Pimpin" "Ich wusste nicht, dass es ein Sample ist"

Rapper Jay-Z und Produzent Timbaland stehen vor Gericht: Für den Song "Big Pimpin'" sollen sie unerlaubt die Melodie eines alten Songs aus Ägypten verwendet haben. Die Musiker geben sich unschuldig.
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Mit "Big Pimpin'" landete Jay-Z im Jahr 1999 einen Riesenerfolg. Das besondere an dem Song ist die Hookline, eine orientalische Melodie. Sie dürfte maßgeblich dazu beigetragen haben, dass "Big Pimpin'" ein Hit wurde. Der Rapper dachte sie sich jedoch nicht selbst aus, die Klänge entstammen zumindest teilweise einem mehr als 50 Jahre alten Lied aus Ägypten. Mit dem Copyright nahmen es Jay-Z und Produzent Timbaland aber angeblich nicht so genau. Nach jahrelangem Rechtsstreit wird der Fall nun vor Gericht verhandelt.

Im Justizgebäude in Los Angeles gab sich Shawn Carter, wie der Rapper mit bürgerlichem Namen heißt, unschuldig. Er habe gedacht, dass sein Produzent sich die Melodie ausgedacht habe. "Ich wusste nicht, dass es ein Sample ist." Als Rapper befasse er sich nicht mit dem Einholen von Lizenzen. "Ich mache Musik."

Der Kläger ist ein Neffe des ägyptischen Songwriters Baligh Hamdi, der im Jahr 1957 das Lied "Khosara Khosara" schrieb. Hamdi beschuldigte Jay-Z bereits im Jahr 2007, den Song seines Onkels unerlaubt verwendet zu haben.

Original und gesampled - so klingt's:

Jay-Z ging eigenen Angaben zufolge auch davon aus, dass die Rechtefrage inzwischen geklärt sei, weil nach der Veröffentlichung erste Fragen aufgekommen seien. Er berief sich dabei auf Texte im Begleitheft der CD, in denen "Khosara Khosara" genannt werde.

Auch Produzent Timbaland sagte vor Gericht aus - und versuchte ebenfalls, die Schuld von sich zu weisen. Er habe den Song auf einer CD mit arabischer Musik gefunden, die mit "lizenzfrei" ausgewiesen gewesen sei, sagte Timothy Mosley. "Ich dachte, es sei kostenlose Musik, also habe ich sie verwertet."

Die Anwälte der beiden Musiker sagten, die Familie Hamdi habe mehrfach Zahlungen erhalten. Timbaland zufolge wurden 100.000 Dollar gezahlt, nachdem sein Rechtsbeistand auf das Problem hingewiesen hatte. "Die Juristen sagten mir, 100 Riesen und alles ist in Ordnung", so Timbaland. "Ich dachte, damit ist alles in Ordnung."

Vor der jetzigen Klage sei er nie von Hamdis Neffen kontaktiert worden. Er habe sich daher gefragt: "Wer hat meine 100 Riesen bekommen?"

kis/Reuters/AP