Judi Dench: Gegen das Schubladendenken
Judi Dench über ihr Alter "Nicht mehr ganz straffer Teenager"
Man ist immer so alt, wie man sich fühlt, heißt es in einem Sprichwort. Judi Dench ist 84 und findet sich kein bisschen alt. "Wenn ich mich mit Freunden treffe und sie im Spaß sagen: 'Wie alt wir doch geworden sind!', ärgert mich das", sagte die Britin der Zeitschrift "Madame".
"Zu sagen, dass man alt ist, wird zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung", sagte sie. "Ich will nicht in eine Schublade gesteckt werden, auf der 'Achtzigjährige' steht." In ihren Augen gehöre sie eher in die Schublade "Nicht mehr ganz straffer Teenager", sagte die Oscar-Preisträgerin. "Auf jeden Fall fühle ich mich meinem Enkel näher als dem Bild einer alten Frau."
Judi Dench: Gegen das Schubladendenken
Sie werde oft gefragt, ob sie nicht in Rente gehen wolle - für Dench offenbar keine Option: "Wenn Leute in Rente gehen, dann meist, um Dinge zu tun, die sie schon lange tun wollen: lesen, malen oder auf Weltreise gehen. Aber mein Beruf gibt mir all das." Sie arbeite mit verschiedensten Menschen und lerne immer wieder neue Dinge: "Mein Beruf ist mein liebstes Hobby!" Sie wolle arbeiten, "solange es geht".
Ein wenig schrullig sei sie jedoch schon geworden, sagte Dench - zum Beispiel in ihrem Beharren auf korrekter Grammatik: "Ich ertappe mich ständig dabei, andere zu korrigieren. Das geht meiner Umwelt ganz schön auf die Nerven."
Denchs aktueller Film "Geheimnis eines Lebens" kommt am 4. Juli in die deutschen Kinos. Sie spielt darin eine britische Wissenschaftlerin, die während des Zweiten Weltkriegs Atombombengeheimnisse an die Sowjetunion verrät. Weltberühmt wurde die Schauspielerin als britische Geheimdienstchefin "M" in mehreren James-Bond-Filmen.