Kanye West: "Grammy-Verleihung ist ein Witz" - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Fotostrecke

Radiointerview zur Grammy-Verleihung: Kanye West erklärt Kanye West

Foto: Lucy Nicholson / REUTERS

Kanye Wests schräger Grammy-Auftritt Diener seiner inneren Stimmen

Kanye West hat nach den Grammys Redebedarf. Sehr viel Redebedarf. Die ganze Veranstaltung sei ein Witz, sagte der Rapper. Und erklärte, Stimmen in seinem Kopf hätten ihm dazu geraten, den Auftritt des Kollegen Beck zu crashen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Los Angeles - Was war nur los mit Kanye West? Das fragten sich zahlreiche Zuschauer, als der Musiker während der Grammy-Verleihung Anstalten machte, die Rede seines Kollegen Beck zu unterbrechen. Würde er es tatsächlich wieder wagen, eine Dankesrede zu crashen - so wie er es 2009 bei Taylor Swift getan hatte?

Ganz so weit kam es nicht. Aber fast: West sprang von seinem Platz auf und ging Richtung Bühne, als Beck dort gerade den Preis für das beste Album entgegennehmen wollte. West streckte die Hand nach dem Mikrofon aus - zog sie dann aber wieder zurück und setzte sich (hier sehen Sie ein Video des Vorfalls ). Später sagte er, Beck müsse die Kunst respektieren und Beyoncé den Grammy geben.

In einem Radiointerview mit Ryan Seacrest  hat West sein Verhalten nun erklärt. "Die Stimmen in meinem Kopf haben mir gesagt, ich solle losgehen. Also bin ich einfach Richtung Bühne gelaufen." Es sei ein Witz gewesen - so wie übrigens auch die ganze Grammy-Verleihung ein Witz sei. Gegen Beck selbst habe er nichts. Der sei einer der nettesten Jungs und meistrespektierten Künstler.

Auch seine Äußerung, Beyoncé habe den Grammy verdient, rechtfertigte West. Er sei nach seiner Meinung gefragt worden. "Und für Kanye West ist es sehr schwer, nicht sehr ehrlich zu sein und seine Meinung nicht zu sagen."

Seine Meinung hatte West 2009 sehr deutlich kundgetan, als er während der MTV Video Music Awards Taylor Swift das Mikrofon entriss und auf der Bühne erklärte, nicht sie, sondern Beyoncé habe den Preis für das beste Video des Jahres verdient. Böses Blut gibt es nun aber offenbar nicht mehr zwischen den Musikern. Im Gegenteil.

Wenn man West glauben mag, werden er und Swift demnächst zusammenarbeiten. "Yeah, sie will ins Studio gehen und wir werden das definitiv machen", sagte West. Die Zeitschrift "People" fragte daraufhin : "Sind wir in einem Paralleluniversum gelandet?"

aar