Karoline Herfurth: »Habe meinen Po im Spiegel angeguckt und geweint vor Verzweiflung« - DER SPIEGEL
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Karoline Herfurth »Ich habe meinen Po im Spiegel angeguckt und geweint vor Verzweiflung«

Als Zwölfjährige habe sie angefangen, »ihren Körper zu hassen«: Schauspielerin Karoline Herfurth hat sich in einem Interview dazu geäußert, wie unerreichbare Schönheitsideale Frauen krank machen können.
Karoline Herfurth bei der Premiere von »Wunderschöner«: »Mit zwölf habe ich angefangen, meinen Körper zu hassen«
Karoline Herfurth bei der Premiere von »Wunderschöner«: »Mit zwölf habe ich angefangen, meinen Körper zu hassen«

Karoline Herfurth bei der Premiere von »Wunderschöner«: »Mit zwölf habe ich angefangen, meinen Körper zu hassen«

Foto: Christoph Soeder / dpa

Die Schauspielerin Karoline Herfurth hat sich in einem Interview über die negativen Körpergefühle geäußert, die sie als Teenagerin hatte. Sie habe sich schon als Jugendliche wegen ihres Aussehens unter Druck gesetzt gefühlt, sagte die 40-Jährige der »Süddeutschen Zeitung«.

»Mit zwölf habe ich angefangen, meinen Körper zu hassen. Ich habe meinen Po im Spiegel angeguckt – der mini war! – und geweint vor Verzweiflung, weil er nicht so aussah wie auf Bildern aus der Bravo oder irgendwelchen Frauenzeitschriften«, sagte die 40-Jährige der »Süddeutschen Zeitung« . Die Folge: »Von 13 bis 17 war ich magersüchtig, ein halbes Jahr lang habe ich kaum etwas gegessen«.

Herfurth macht für solche Gedanken auch stark bearbeitete Bilder in den Medien verantwortlich. Diese vermittelten ein falsches Körperbild und unerreichbare Schönheitsideale.

Sie selbst machte die Erfahrung, dass ihr Körper auf Werbefotos für ein Unterwäsche-Label nachträglich um 30 Prozent im Verhältnis zum Kopf geschrumpft wurde. »Das sind Kinderproportionen, kein erwachsener Mensch sieht so aus«, sagte Herfurth. Aber gerade öffentliche Bilder beeinflussten die eigene Körperwahrnehmung mehr als das eigene Umfeld.

Magersucht überlebt

Auf die Frage, ob die sogenannten Abnehmspritzen  Frauen noch mehr unter Druck setzten, antwortete Herfurth: »Ich habe das Gefühl, der Druck auf Frauen kann gar nicht mehr erhöht werden.«

In ihrem aktuellen Film »Wunderschöner«, bei dem sie Drehbuch geschrieben und Regie geführt hat, setzt sie sich mit genau diesem Druck auseinander, den unerreichbare Schönheitsideale erzeugen. (Lesen Sie hier eine Rezension zum Film »Wunderschöner« .)

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Herfurth zum Thema äußert. 2023 sagte sie  in der Dankesrede zum ihr verliehenen Ernst-Lubitsch-Preis: »Ich selbst habe eine Magersucht überlebt und kenne keine einzige Frau, die aus einem gesunden Bauchgefühl heraus isst oder mit liebevollem Blick den eigenen Körper betrachtet.«

Wie lerne ich, meinen Körper zu akzeptieren? Hören Sie hier einen Podcast zum Thema Selbstwahrnehmung.

jus/dpa