Kate Winslet Gepeinigt vom "Moppel-Ich"
New York - Wer immer noch der Meinung ist, irgendwo im von Äußerlichkeiten besessenen Hollywood müsse es doch vernünftige Menschen geben, denen der Sinn für Relationen noch nicht völlig abhanden gekommen ist, irrt.
Schauspielerin Kate Winslet, die in James Camerons Schmachtfetzen "Titanic" die Hauptrolle spielte und bereits fünf Oscar-Nominierungen erhielt, galt immer als Frau, die den irrealen Maßgaben Hollywoods zu trotzen imstande ist - immerhin hungerte sie sich nie auf Kleidergröße 0 herunter.
Was offenbar nicht heißt, dass sie nicht trotzdem besessen ist vom Dünnsein und Dicksein. Der US-Zeitschrift "Vanity Fair" sagte die 33-Jährige: "Ich hatte nie den Wunsch, berühmt sein zu wollen. Ich hatte nie einen besonderen Ehrgeiz - ich war ja fett. Und fette Schauspielerinnen kannte ich keine."
Bis heute, so Winslet, habe sie dieses Selbstbild verinnerlicht: "Sie wissen schon - einmal fettes Kind, immer fettes Kind. Das ist immer noch so. Manchmal sehe ich in der Stadt Frauen, die klasse Jeans tragen und High Heels und nette kleine T-Shirts und dann denke ich, ich sollte mich ein bisschen mehr anstrengen."
Sie "fürchte" das Urteil anderer über ihre äußerliche Erscheinung: "Wissen Sie warum? Weil ich weiß, dass man über mich urteilt."
Im März 2007 hatte Winslet eine gerichtliche Auseinandersetzung mit der britischen Illustrierten "Grazia" gewonnen. Das Blatt hatte behauptet, Winslet habe einen Diät-Arzt aufgesucht, obwohl sie öffentlich über den Schlankheitswahn in Hollywood klage. Tatsächlich war Winslet wegen Nackenschmerzen zum Arzt gegangen.
"Grazia" musste eine nicht näher benannte Summe an eine wohltätige Einrichtung zahlen.
pad